Text-Bild-Ansicht Band 271

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Hütte von Pertusola“ in der Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1886 Nr. 14.)

Die Hüttenwerke von Gawrilow und Pawlow finden sich beschrieben in der Berg- und Hüttenmännischen Zeitung, 1886 Nr. 16, 17, 18, 19, 46, 51 und 52: „Die Blei-, Silber- und Kupferhüttenprozesse am Altai von Jossa und Kurnakoff.“

Interessant sind die Erze durch ihren Bariumgehalt. Rohsteine von dort zeigten die folgende Zusammensetzung:





a) Gawrilow
S
Ba
Fe
Cu
Zn
Pb
Al
Ca
Mg
=
=
=
=
=
=
=
=
=
24,29
35,33
20,38
6,66
2,73
0,21
0,47
0,89
1,43



b) Pawlow
S
Ba
Pb
Fe
Cu
Zn
Ag
Ca
=
=
=
=
=
=
=
=
22,7
10,17
9,30
28,42
36,37
80,21
0,156
0,57

In der Oesterreichischen Zeitschrift, 1887 Nr. 15 und 16, findet sich eine von Flechner veröffentlichte Abhandlung: Mittheilungen über Auslaugearbeit mittels chlorirender Röstung und die hierzu geeigneten Einrichtungen. (Versuchsanlage auf dem Hüttenwerke Balan in Siebenbürgen.)

In der Berg- und Hüttenmännischen Zeitung, 1887 Nr. 29, 30, 31 gibt Dr. Kosmann im Auszuge den von Stetefeld beschriebenen „Russel's improved process for the lixiviation of silver ores it its practical application“ mitgetheilt in den Transactions of the American Institute of Mining engineers, betreffend die Auslaugung des Silbers aus rohen, oxydirend oder chlorirend gerösteten Erzen mit Natriumthiosulfatlauge und Kupfernatriumthiosulfatlauge, der sogen. Extrasolution.

C. Schnabel macht in der Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 1888 S. 371, über die Werke von Fernezely und Kapnik, welche er im Herbste 1887 besucht hat, folgende sehr interessante Mittheilungen:

Auf der Hütte zu Fernezely war das Designolle-Verfahren ebenso wie in Schemnitz wegen ungünstiger Ergebnisse verlassen worden. Von dem Goldgehalte der Erze wurden nur 20 Proc., von dem Silbergehalte 90 Proc. ausgebracht. Dabei waren die Quecksilberverluste auſserordentlich hoch. Bis zum Jahre 1879 wurde das Verfahren von Kiss in Fernezely ausgeführt. Es besteht bekanntlich in der chlorirenden Röstung von Gold- und Silbererzen, in dem Auslaugen von Gold und Silber durch Calciumthiosulfatlauge und in dem Ausfällen der Edelmetalle durch Schwefelcalcium oder Schwefelnatrium. Auch dieses Verfahren ist wegen ungünstiger Ergebnisse verlassen worden. (Zu Kapnik wendet man zur Extraction von Gold und Silber aus den chlorirend gerösteten Erzen Natriumthiosulfat mit groſsem Erfolge an.)

Vor Einführung des Designolle-Verfahrens stand die europäische Amalgamation in Anwendung, welche auch recht günstige Ergebnisse