Text-Bild-Ansicht Band 271

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Kupfer, 2 bis 3 Proc. Blei, 16 bis 30 Proc. Bleierz und 0,035 bis 0,05 Proc. güldischem Silber sowie sogen. Sortirerze. Das sind bleifreie Erze mit 22 Proc. Schwefelmetallen (darunter bis 30 Proc. Blende) und 0,05 bis 0,07 Proc. güldischem Silber. Die gepulverten Erze werden in Plattenöfen mit 12 Proc. Kochsalz chlorirend geröstet. Die aus dem Röstgute ausgesiebten Röstknoten werden gemahlen und dann mit 3 Proc. Kochsalz abermals einer chlorirenden Röstung in Fortschaufelungsöfen unterworfen. Die gerösteten Erze werden in Holzbottichen mit leinenüberzogenen Filtrirböden zuerst mit einer auf 28° erwärmten Kochsalzlösung von 3 bis 5° B. vier Tage lang ausgelaugt, wodurch 60 Proc. des Silbergehaltes gelöst werden, und dann zwei Tage lang mit einer Natriumthiosulfatlösung von 3 bis 5° B. behandelt, wodurch weitere 30 Proc. des Silbergehaltes (im Ganzen also 90 Proc.) und 80 Proc. des Goldgehaltes in Lösung gebracht werden. Aus der Kochsalzlauge wird durch Kupfer das Silber und durch Eisen das Kupfer ausgeschieden, aus der Natriumthiosulfatlauge werden Gold und Silber als Schwefelmetalle durch Schwefelnatrium ausgefällt. Das niedergeschlagene Cementsilber sowie der Schwefelmetallniederschlag von Silber und Gold werden in ein rothglühendes, in einem guſseisernen Kessel befindliches Bleibad eingetränkt. Man erhält bei dieser Arbeit Werkblei mit 0,6 Proc. Silbergehalt und Silber haltigen Abstrich. Das Werkblei wird abgetrieben; der Abstrich in Schachtöfen auf Werkblei verarbeitet. Das Blicksilber wird in Nagybanya umgeschmolzen und in Kremnitz der Goldscheidung unterworfen. C. Schnabel gibt die Production von Kapnik für das Jahr 1886 auf 1520k güldisches Silber (mit 74k Gold), 185000k Blei und 12000k Kupfer an.

Ueber Blei- und Silberhüttenbetrieb in England berichtet Dr. Roesing in der Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen, 1888 Bd. 36 S. 103, auf Grund einer im Sommer 1887 ausgeführten Reise (im Auszuge in der Berg- und Hüttenmännischen Zeitung, 1888 S. 336 ff.). Die besuchten Werke liegen hauptsächlich in drei Gegenden des Königreiches, bei Bristol und im südlichen Wales, bei Liverpool und im nördlichen Wales und in der Umgegend von Newcastle. Es folgen nachstehend die Namen der betreffenden Werke unter kurzer Charakteristik des Betriebes.

1) Dee Bank Lead Works bei Bagillt. Diese Walker Parker, Walker und Comp. gehörige Bleihütte ist die gröſste und bestgeleitete und die Firma die gröſste Bleiproducentin der Welt, indem ihre Werke zu Bagillt, Newcastle, London u.s.w. an Kaufblei und Fabrikaten jährlich etwa 50 bis 60000t liefern. Auf obiger Hütte finden folgende Betriebe statt:

a) Flammofenbetrieb. Die Oefen, mit sechs Arbeitsthüren versehen, verarbeiten in 8 Stunden Beschickungen von 1150k, indem 6 Stunden geröstet, dann nach Zuschlag von Rauch stärkeres Feuer gegeben und nach 1½ bis 2 Stunden der Ofeninhalt abgestochen wird. Die Oefen