Text-Bild-Ansicht Band 271

Bild:
<< vorherige Seite

dann in den ersten kleinen Kessel geworfen und hier nochmals gesaigert auf fertigen Reichschaum, während das Saigerblei aus den beiden ersten kleinen Kesseln in den groſsen Einsatzkessel zur folgenden Beschickung gelangt. Nach Abhebung des ersten Zinkschaume; gibt man den zweiten Zinkzusatz von 166k; der Zinkschaum davon kommt in den dritten kleinen Kessel zum Saigern, der Schaum davon mit dem ersten Zinkzusatze, sowie auch das Saigerblei in die Arbeit zurück, dieses aber erst nach dem Abheben des ersten Schaumes. Der Zinkverbrauch für das 0,04 bis 0,055 Proc. Silber enthaltende Werkblei, welches nöthigenfalls im Flammofen mit 35t Fassungsraum raffinirt wird, beträgt 1,4 Proc. vom Kaufblei, eine reichliche Menge, um in zwei Zusätzen das Blei genügend arm zu erhalten. Indem man dabei etwas Zink preisgibt, spart man an Zeit, Arbeit und Brennmaterial. Das zinkische Armblei im Gewichte von 17t,5 gelangt in den tiefer liegenden Entzinkungsofen durch ein mittels Ventiles mit Schraube und Spindel geschlossenes Zapf loch und nach beendigter Entzinkung mittels eingeleiteter Luft und Abkühlung nach 8 Stunden in einen Sammelkessel und aus diesem durch eine drehbare, mit hölzernen Handgriffen versehene Rinne in halbkreisförmig aufgestellte Formen, deren jede auf einem Wagen steht, was zeitraubender ist, als wenn mehrere Formen zu einem Blocke vereinigt sind. Man verarbeitet wöchentlich 16 Kesselfüllungen à 21t mit 18 bis 20t Kohle und sollen die Entsilberungskosten auf 9 sh. für 1t Kaufblei betragen. Die guſseisernen Kessel halten 1 bis 3 Monate; Stahlkessel hatten wegen nicht guter Beschaffenheit des Stahles geringeren Erfolg.

Das Bagillter Entsilberungsverfahren unterscheidet sich beispielsweise von dem Friedrichshütter dadurch, daſs bei ersterem für jeden der 3 Hauptabschnitte (Entsilberung, Entzinkung und Ausgieſsen) besondere Apparate vorhanden sind|, während bei letzterem jede Beschickung in demselben Apparate vom Anfange bis zum Ende völlig fertig gemacht wird. Bei dem wiederholten Ortswechsel bei ersterem Verfahren ist – sollen damit nicht groſse Kosten und Unzuträglichkeiten verbunden sein –, die Anlage treppenförmig anzuordnen und es müssen die Arbeiten sehr sorgsam in einander greifen. Vortheilhaft für das Bagillter Verfahren mit besonderem Apparate für jede Arbeit ist der Umstand, daſs die Kessel keinen so erheblichen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden, als wenn Schaumabheben und Entzinken in demselben Kessel vorgenommen wird; auch kann für letztere, sehr viel gröſsere Hitze verlangende Operation ein widerstandsfähiger und dadurch die Entsilberungskessel schonender Ofen erbaut werden; ferner läſst sich jeder Apparat so herstellen, wie er für jeden Zweck am geeignetsten ist. Als Nachtheile, des Bagillter Verfahrens gegen das Friedrichshütter sind anzuführen: eine verwickeltere und theurere, mit schwierigeren Reparaturen verbundene Anlage und mindere Freiheit in