Text-Bild-Ansicht Band 271

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schwebenden Meiſseltheil in der Breite des Schlitzes e bezieh. der gleichbreiten Einklinkung e1 mit herum nimmt. Bei der Rechtsdrehung der Hülse b gleitet aber auch die Aussparung e1 so weit nach rechts, daſs der stehen bleibende Keil in den langen Schlitz e tritt, wodurch die Hülse ihren Halt verliert und abfällt. Zugleich entspannt sich auch die Feder und treibt mit aller Spannkraft den mit der Hülse b verbundenen Meiſsel auf die Bohrsohle.

Es ergibt sich mithin bei jedem Kurbelhube ein kräftiger Schlag unter regelmäſsigem Meiſselumsatze.

Das Wasser zum Spülen tritt aus dem hohlen Gestänge in den mit einer Bohrung versehenen Kopf a und durch dessen Seitenschlitze a in das Innere des Apparates, von wo es erst am Meiſselblatte bezieh. auf der Bohrlochsohle wieder austreten kann, alsdann aber zwischen Bohrlochwand und Rohr k bezieh. k1 wieder aufsteigt. Die Verlängerung des Rohres k durch das Stück k1 über dem Kopfe a ist erforderlich, um eine Erweiterung des Raumes für die Wasserspülung nicht zu dicht über dem Apparate eintreten zu lassen. Die durch den gröſseren Querschnitt veranlaſste Verringerung der Spülkraft bewirkt Niederschlag von Bohrschmant, welcher in dem Rohrtheile k1 als Probe gesammelt werden kann. Auch zur Aufnahme von Nachfall und anderen schädlichen Gegenständen wird sich dieser Raum nützlich erweisen. Der Röhrenzug k und k1 soll zugleich für eine glatte Ausführung des Bohrloches sorgen und „Füchse“ verhüten.

Das Gestänge besteht aus dünnen Eisenröhren, deren Gewicht durch Holzumhüllung in dem nassen Bohrloche zum gröſsten Theile aufzuheben ist. Die geringe Hubhöhe des Meiſsels von nur 20cm ermöglicht schnellfolgende und gerade Stöſse – bis zu 120 in der Minute –, die durch Federkraft gleiche Energie wie sonst durch Belastung erhalten.

Daſs dieser neue Apparat in der Theorie ungemein viel verspricht, ist keine Frage; es handelt sich nur darum, ob die Praxis unsere Hoffnung bestätigen wird. Daſs sich diese Wasserspülmethode für galizische Erdölbohrungen besonders gut eignen soll, wie der Erfinder behauptet, will ich nicht von vornherein bestreiten, möchte nur zu bedenken geben, daſs der unermeſsliche Oelzustrom im Kaukasus ein nasses Bohrloch wohl leicht bewältigen kann, während man bei dem mäſsigen Oeldrucke in den pennsylvanischen Brunnen längst die „trockene“ Bohrung zur Regel erhoben hat. Der galizische Bohrunternehmer würde wohl vor Annahme einer Wasserspülmethode die Frage zu erwägen haben, ob sich die Verhältnisse seines Terrains mehr jenen von Baku, oder doch nicht etwa mehr denen von Oilcity nähern.

Auf dem Felde der Diamantbohrmaschinen haben zwei groſse amerikanische Firmen Apparate von verbesserten Formen gebracht, welche indeſs grundsätzliche Abänderungen gegen frühere Constructionen nicht aufweisen.