Text-Bild-Ansicht Band 269

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sind länger und veranlassen eine derartige Verschiebung der Muffe f, daſs sich die Klinke h über zwei Zähne der Zahnstange H bewegt. Die zu den Buchstaben „M, W“ u.s.w. gehörigen Hebel c1 besitzen dementsprechend derart längere Enden f1, daſs die Klinke über drei Zähne von H hinweggleitet. Mit dieser Anordnung werden daher gleiche Zwischenräume zwischen den einzelnen Typen gebildet, und damit eine gleichmäſsige, dem Auge angenehme Schrift erzeugt.

Zur Erzielung der Wortspatien bedient man sich der Taste L, deren Arm l mit einer Gabel den oberen Arm f3 des Winkelhebels F1 umfaſst. Durch Druck auf die Taste kann daher der Hebel h1 gleichfalls zum Ausschwingen gebracht werden, ohne daſs eine Type zum Abdrucke gelangt. Erfolgt diese Bewegung so weit, daſs die Klinke h mit einem Stifte h3 in Berührung kommt, so gelangt h auſser Eingriff mit der Zahnstange H, so daſs der Papierschlitten frei verschiebbar wird bezieh. zum Beginne einer neuen Zeile in die Anfangslage zurückgeführt werden kann.

Jüngst ist unter dem Namen „Barlock type writer“ ein neuer Schreibapparat in England von Amerika aus in den Handel gebracht, welcher als eine Abart der Remington-Schreibmaschine zu bezeichnen ist (vgl. 1878 227 * 513). Die Anordnung des Tastenbrettes und der die Typenhebel bethätigenden Hebel ist derjenigen der Remington-Maschine ähnlich, während aber bei der letzteren sich auf jedem Typenhebel ein groſser und ein kleiner Buchstabe befinden und zur jeweiligen Benutzung des groſsen oder kleinen Alphabetes der Papierschlitten mittels einer besonderen Taste verschoben werden muſs, tragt bei diesem Apparate jeder Typenhebel nur eine Type, so daſs 72 Tasten statt 36 vorhanden sind. Eine frühere Form der Remington-Maschine, Calligraph genannt, hat zwar diese Form ebenfalls besessen, indessen waren die groſsen Buchstaben an den Seiten des Tastenbrettes angeordnet, während hier die Tasten in sechs aufsteigenden Reihen derart zu einander liegen, daſs die kleinen Buchstaben die unteren drei Reihen dem Schreibenden zunächst bilden. Eine geschickte Tastengruppirung ist aber für ein schnelles Schreiben wesentlich. Auch die Bewegung der Tasten ist leichter und kürzer, was die Raschheit im Schreiben begünstigt. Während man mit der Feder durchschnittlich 15 bis 20 Worte in der Minute schreibt, ist auf der Remington-Maschine das gewöhnlich aufgewendete Geschwindigkeitsmaſs in derselben Zeit beim beruflichen Arbeiten 50 bis 60 Worte, während 90 bis 100 Worte in der Minute als äuſserste Grenze zu betrachten sind. Darüber hinauszugehen ist unmöglich, da dann die Typenhebel sich gegenseitig behindern würden. Bei dem vorliegenden Schreibapparate liegt diese Grenze insofern etwas höher, als der von den Typenhebeln zurückzulegende Weg, um dem nächsten Hebel Platz zu schaffen, beträchtlich geringer ist. Doch dürfte dieser Vortheil kaum von Bedeutung