Text-Bild-Ansicht Band 269

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gewinnen. Nur eine Fabrik aus Schweden, die Skonska Ottikafabriken erzeugt Essigsäure und Eisessig neben Theer, Theerölen und Holzkohle aus Buchen- und Birkenholz.

Was nun die Verarbeitung thierischer Rohproducte anbelangt, so finden wir neben den bereits erwähnten Fischpräparaten und einigem Fischguano, namentlich von Schweden sehr umfangreiche Ausstellungen von Erzeugnissen der Gerberei, auf welche hier nicht eingegangen werden kann. Auch die Verarbeitung von Talg auf Stearin und Seife ist sowohl in Dänemark als wie namentlich auch in Schweden reichlich vertreten.

Endlich muſs hier noch der Textilindustrie gedacht werden, deren chemische Seite in Dänemark ganz unentwickelt ist, in Schweden aber eine weit gröſsere Entfaltung gewonnen hat, als die Ausstellung erkennen läſst. So überreich Kunstweberei und Stickerei in allen drei Ländern zur Ausstellung gebracht wurden (es sei hier namentlich der sehr schönen altnorwegischen Teppiche gedacht), so wenig ist von der immerhin nicht unbedeutenden Druckerei und der recht bemerkenswerthen Färberei Schwedens zu sehen. Die Tuchfabrikation Schwedens kommt gut zur Geltung, ebenso die Weberei gemusterter Gewebe. Einige Firmen haben es für gut befunden, die künstlichen Farbstoffe schlecht zu machen, was in einem Lande, welches nie hoffen kann, diese Industrie zu der seinigen zu machen, weniger verwerflich ist, als wenn es in Deutschland geschieht, welches keinen geringen Theil seines Wohlstandes eben der Fabrikation künstlicher Farbstoffe verdankt.

Im Allgemeinen kann gesagt werden, daſs der Besuch der nordischen Ausstellung zu Kopenhagen auch für den Technologen lohnend und empfehlenswerth ist, und daſs von Seiten der Ausstellung alles geschehen ist, um ein ebenso vollständiges, als in seiner Gesammtheit fesselndes und eigenartiges Bild des Lebens und der Arbeit der drei nordischen Reiche zu schaffen.

Neuere Verfahren und Apparate für Zuckerfabriken.

(Patentklasse 89. Fortsetzung des Berichtes S. 126 d. Bd.)

Die richtigen Verhältnisse für die qualitative Bestimmung des Invertzuckers neben Rohrzucker mit Soldaini'scher Lösung (vgl. 1886 261 487. 1887 264 622. 265 554) sind von E. Parcus festgestellt worden (Chemiker-Zeitung, 1888 Bd. 12 S. 741).

Die Soldaini'sche Lösung hat vor der Fehling'schen den Vortheil, daſs sie mit Rohrzucker erst nach sechs bis sieben Minuten eine Reaction zeigt, während dies bei der Fehling'schen schon nach zwei Minuten der Fall ist. Indeſs liefert auch das Soldaini'sche Reagens nur dann sichere