Text-Bild-Ansicht Band 268

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Das vereinigte Filtrat und Waschwasser wird in zwei gleiche Theile getheilt:

A. Aus der einen Hälfte wird durch Sättigen mit festem Natriumsulfat das lösliche Eiweiſs oder Leimderivat in der Wärme abgeschieden, auf gewogenem Filter gesammelt, mit Essigsäure haltender gesättigter Lösung von Natriumsulfat gewaschen, getrocknet und geglüht. Durch Veraschen, Ueberführen des Rückstandes mit Schwefelsäure in Natriumsulfat (herrührend von der Auswaschflüssigkeit) und Bestimmung der Schwefelsäure wird das Sulfat von dem Gesammtgewicht des Niederschlages in Abzug gebracht, und man erhält so die wirkliche Menge des früher als Pepton I bezeichneten Körpers oder jetzt des Propeptons.

B. Die andere Hälfte der Lösung wird kalt mit schwefelsaurem Ammoniak gesättigt, der Niederschlag gesammelt, mit gesättigtem Ammonsulfat gewaschen, getrocknet und gewogen. Nach nochmaliger Lösung wird die Menge Ammonsulfat aus einer Schwefelsäurebestimmung ermittelt und in Abzug gebracht. Nach Abzug des vorher bestimmten Propeptons erhält man so die Menge vorhandenen Mesopeptons.

Die Bedeutung der Handelspeptone ist durch die Untersuchungen von Plosz, Maly, Adamckiewitz, Zuntz und Pollitzer (Pflüger's Archiv), sowie ferner durch E. Pfeiffer und Genth (Repertorium für analytische Chemie, 1886) auſser Frage gestellt, aber es ist dringend geboten, eine genaue Uebereinkunft zu treffen, daſs aus der Bezeichnung der Präparate ein sicherer Schluſs auf den Gehalt und die Form des Verdauungspräparates gezogen werden kann, damit der Arzt in der Lage ist, die der Krankheit entsprechenden Stoffe auch richtig auswählen zu können (vgl. Krukenberg, Chemische Untersuchungen zur wissenschaftlichen Medicin. Jena. I. Heft, S. 57).

König schlägt daher vor, eine einheitliche internationale Untersuchungsmethode festzustellen. Im Anschluſs hieran zeigt H.W. Salomonson (Rev. int. d. fals. d. denr. alim., 3. Heft, S. 88), daſs die Ansichten über die Peptone heute noch weit aus einander gehen, und wünscht, ohne den Vorschlägen von König zu widerstreben, daſs die Chemiker durch Meinungsaustausch erst gemeinschaftlich versuchen sollten, festzustellen, was unter den verschiedenen Peptonpräparaten zu verstehen und wie dieselben zu bezeichnen seien.

C.H.

[Kleinere Mittheilungen.]

Ausnutzung des Niagara-Falles zur Elektricitätserzeugung.

Vor etwas mehr als 9 Jahren – in Verbindung mit dem in D.p.J. 1879 232 * 516 beschriebenen Regulator – hat Dr. William Siemens in London die Benutzung von Wasserfällen zum Betrieb dynamoelektrischer Motoren und die Fortleitung des elektrischen Stromes angeregt. Die in den Niagara-Fällen vorhandene Leistung schätzte er auf 17 Millionen und meinte, daſs man mittels eines dreizölligen Kupferstabes 3000 bis 4000 auf 30 Meilen Entfernung würde fortleiten können.