Text-Bild-Ansicht Band 267

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Hieraus ist zu ersehen, daſs die Lichtstärke von 20 bis 40mm Flammenhöhe in schnellerem Maſse als die Flammenhöhe zunimmt und daſs sie sich bei gröſseren Flammenhöhen proportional der Flammenhöhe ändert, wie es auch Giroud für das Leuchtgas festgestellt hatte. Die durchschnittliche Veränderung für 1mm Flammenhöhe beträgt 0,025. Die Normalflamme von 40mm als Einheit angenommen, kann man also durch einfaches Messen der Flammenhöhe, sofern sie über 40mm steht, unter Benutzung des angegebenen Faktors die Leuchtkraft bei bestimmter Flammenhöhe berechnen.

Eine Aenderung von 1mm in der Flammenhöhe verursacht demnach bereits eine Aenderung der Leuchtkraft um 2,5 Proc. Es ergibt sich hieraus, daſs man behufs Erzielung einer constanten Leuchtkraft die Flammenhöhe sehr sorgfältig einstellen muſs. Auf Veranlassung von Krüſs wurde ein kleines Flammenmaſs an der Lampe angebracht. Dasselbe besitzt, auf der Milchglasplatte eine Theilung von 30 bis 50mm, gestattet also Aenderungen um 10mm ab- und aufwärts. Die Einstellung gelingt hiermit sehr genau.

Einige Versuche mit Vergröſserung des Durchmessers des Dochtröhrchens ergaben das überraschende Resultat, daſs jede Veränderung desselben eine Schwächung der Leuchtkraft zur Folge hatte, also bei den angewandten Maſsen die stärkste Lichtentwickelung stattfindet.

Beachtenswerth erscheint auch der Vorschlag, die Achse der Regulirvorrichtung an der Amylacetatlampe zu verlängern, um Luftbewegungen in der Nähe der Flamme zu verringern.

Ueber Theerverbrennung. L. Körting sprach auf der Hamburger Versammlung deutscher Gas- und Wasserfachmänner über die bei der Theerverbrennung gemachten Erfahrungen, über deren Entwicklung, sowie über einige statistische Angaben betreffs Theerheizung.

Redner bekam Nachricht von 155 Gasfabriken, 130 deutschen und 25 ausländischen. Von den 130 deutschen Fabriken verbrannten 44 mit einer Production von 43078380k Theer denselben zum Theil, die übrigen 86 mit 22754870k Theerproduction dagegen gar keinen. Es sind demnach vorzugsweise die groſsen Anstalten, welche Theer verbrennen. Die erwähnten 44 Anstalten haben im J. 1886 11434204k Theer verfeuert; im 1. Quartal von 1887 2929713k, beides etwa 12 Proc. der gesammten Theerproduction in deutschen Gasanstalten.

Nach Livesey verbrennen in England fast alle Gasanstalten Theer; die verbrannte Menge ist auf etwa 20 Proc. der Gesammtproduction zu schätzen. Speciell in der Londoner South Metropolitan Gas Co. werden z.B. stets 25 bis 30 Proc. des producirten Theers verbrannt. Er fürchtet nur, daſs die steigenden Theerpreise die meisten Fabriken veranlassen würden, gleich wieder mit dem Theerverbrennen aufzuhören und daſs dann die Ueberschwemmung des Marktes sofort wieder eintrete.

Der Koksmarkt ist nach allgemeinem Urtheil durch die gröſsere