Text-Bild-Ansicht Band 266

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Niederschlages. Nach tüchtigem Durchschütteln oder Rühren wird der Niederschlag krystallinisch und setzt sich schnell ab. Entsteht beim Zugeben eines weiteren Tropfens Natriumcarbonatlösung zu der klaren Flüssigkeit ein Niederschlag, so versetzt man letztere in der Kälte mit einem Ueberschuſs von Natriumacetat, kocht 1½ bis 2 Stunden anhaltend, filtrirt heiſs und wäscht mit heiſsem Wasser. Der Niederschlag wird hierauf in warmer, verdünnter Salpetersäure gelöst und das Wismuth mit Ammoniumcarbonat gelallt. In dem vereinigten Filtrat kann das Blei als Chromat oder Carbonat gefällt werden. Die vom Verfasser angeführten Beleganalysen sprechen für die Brauchbarkeit des Verfahrens (vgl. auch A. Patera, 1866 180 164).

Apparat zum Destilliren bei Abschluſs der Luft.

In der Chemiker Zeitung, 1887 Bd. 11 S. 572 empfiehlt P. Raikow den nebenstehend abgebildeten Apparat als geeignet zur Destillation unter Luftabschluſs. Der zur Aufnahme des Destillates dienende Kolben a ist mit doppelt durchbohrtem Stopfen versehen, in dessen einer Bohrung der Vorstoſs des Kühlers steckt, während durch die andere ein Glasröhrchen geführt ist, das die Verbindung mit dem Entwickelungsapparat d für das indifferente Gas vermittelt.

Textabbildung Bd. 266, S. 142

Vor Beginn der Destillation leitet man bei geöffnetem Retortentubulus einen Gasstrom durch den Apparat so lange, bis alle Luft verdrängt ist, verschlieſst alsdann den Tubulus und bewirkt dadurch das Aufhören der Gasentwickelung, während der Apparat ganz mit dem indifferenten Gase gefüllt bleibt. Man kann nun mit der Destillation beginnen; zunächst tritt in Folge der Temperaturerhöhung durch d etwas Gas aus, bis die Temperatur constant geworden ist, die Destillation kann aber weiter geführt werden, ohne daſs weitere Gasentwickelung erforderlich wäre. Tritt im Apparate Druckverminderung in Folge Rückganges der Temperatur ein, so steigt die Säure aus dem Becherglase m nach dem Rohre d und es findet erneute Gasentwickelung so lange statt, bis Gleichgewicht des Druckes wieder hergestellt ist.

Ein vereinfachter Geiſsler'scher Kohlensäure-Bestimmungsapparat.

Friedrich Cochius beschreibt in der Chemiker Zeitung, 1887 Bd. 11 S. 850 einen neuen Kohlensäure-Bestimmungsapparat, der eine Vereinfachung und Verbesserung des Geiβler'schen darstellt. Es ist, wie aus beistehender Textfigur ersichtlich, die Anordnung so getroffen, daſs das Zersetzungsgefäls A, Säuregefäſs B und Gefäſs C zum Trocknen der entweichenden Kohlensäure direkt über einander bezieh. in einander zu stehen kommen, wodurch die Stabilität des ganzen Apparates sehr gewinnt. Ebenso ist auch durch die Verlängerung des Gefäſses C eine Gewichtserleichterung und Vereinfachung herbeigeführt, da hierbei der Stöpsel oder Hahn, der beim Geißler'schen Apparate die Verbindung vom Säure- zum Zersetzungsgefäſse herstellt, in Wegfall kommt. Durch einfaches Drehen des Gefäſses C kann man leicht die Communication vom Säuregefäſs B zum Zersetzungsgefäſs A durch die eingeschmolzene Röhre d bewerkstelligen. Röhre e ist deshalb noch angebracht, um nach Beendigung der Kohlensäure-Entwickelung Luft durch den ganzen Apparat saugen zu können. Die eingezeichneten Pfeile bezeichnen den Weg, den die entwickelte Kohlensäure bei der Ingangsetzung des Apparates zu nehmen hat.

Textabbildung Bd. 266, S. 142

Den Apparat stellt in bekannter vorzüglicher Ausführung die Firma Dr. Robert Muencke, Berlin NW. her (vgl. auch G. Lunge, 1885 258 362).