Text-Bild-Ansicht Band 266

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desselben liegenden Papierstreifen von den Strahlen der Gasflamme nicht getroffen wurden. Die Gasflamme hatte unter normalen Verhältnissen eine Leuchtkraft von 8 Normalkerzen, sie brannte Tag und Nacht vom 3. März bis zum 24. Juli. Die Temperatur schwankte zwischen 19 und 30°. Alle Papiere hatten schon nach Ablauf eines Monates einen leichten bräunlichen Anflug erhalten, dessen Färbung sich bis zum Schlüsse des Versuches mehr und mehr steigerte, und zwar sowohl die Holzschliffes die Filterpapiere. Gleichzeitig hatten sich auch die Gläser der Herdfenster von innen her mit einer bräunlichen Schicht beschlagen, woraus sich ergibt, daſs die Versuchspapiere nur durch die in Folge unvollkommener Verbrennung von der Flamme ausgeschiedenen Ruſstheilchen gebräunt wurden.

Dieser Versuch lehrt, daſs in schlecht ventilirten, mittels Gas beleuchteten Räumen frei liegende Papiere nach längerer Zeit sich mit einer bräunlich gefärbten Rufsschicht beschlagen können. Dies gilt aber für Holzschliffpapiere ebenso wie für aus reinster Cellulose bestehende. Unter gewöhnlichen, in Bibliotheken und Büchermagazinen herrschenden Verhältnissen wird dieser Einfluſs aber wohl kaum merklich werden, selbst nicht nach sehr langen Zeiträumen.

3) Während der eben beschriebene Versuch ablief, war in demselben abgeschlossenen Räume noch ein anderer im Gange. Neben dem Zinkcylinder lagen während der ganzen Versuchszeit zwei der vollen Strahlung der Gasflamme ausgesetzte 50cm lange und 6mm weite Glasröhren. In einer derselben befand sich ein Holz- in der anderen ein Filterpapierstreifen. Beide waren nach Ablauf der Versuchszeit ganz unverändert geblieben, bis auf eine auſserordentlich geringe gelbliche Färbung des Holzpapieres, welche, wie vergleichende Versuche Ergaben, auf die Lichtwirkung der Gasflamme zurückzuführen waren.

Die Ruſstheilchen drangen in das Innere der Glasröhren nicht, oder nur in verschwindend geringen Mengen ein, wohl aber die gasförmigen Verbrennungsproducte der Flamme.

Dieser Versuch lehrt, daſs die gasförmigen Verbrennungsproducte der Leuchtgasflamme auch nicht bei Gegenwart von Sauerstoff das Vergilben des Holzschliffpapieres in merklichem Grade hervorzurufen vermögen.

4) Es erübrigt mir nur noch, meine auf unsere Frage bezüglichen Temperaturversuche mitzutheilen. Schon aus den unter 2) mitgetheilten Versuchen geht hervor, daſs Temperaturen bis 30° auf die Holzschliffpapiere ohne Wirkung sind. Um die Wirkung höherer Temperatur auf das Papier kennen zu lernen, wurden Papierstreifen im Luftbade bei 30 bis 40° erhitzt, bei Ausschluſs von Luft. Damit eine Störung durch anfliegende Ruſstheilchen nicht zu befürchten sei, kamen die im Luftbade liegenden Streifen in gut schlieſsende Couverts. Die Erwärmung wurde nur bei Tage vorgenommen, gewöhnlich durch 10 Stunden, und dabei der Gang der Temperatur notirt. Unter 30° sank die Temperatur