Text-Bild-Ansicht Band 266

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nie, wohl aber stieg sie zeitweilig bis 42°. Nach 300stündiger Erwärmung war an dem Holzschliffpapier eine Spur von Vergilbung schon zu bemerken, an dem Filterpapier aber keine Spur einer Farbenänderung erkennbar. Nach 1000stündiger Erwärmung war die Vergilbung schon eine sehr starke. Nebenversuche lehrten, daſs Temperaturen von 30 bis 35° viel schwächer wirken als solche von 35 bis 40°, und daſs auch die Vergilbung durch Wärme ohne Sauerstoff nicht eintreten kann.

Aus allen von mir mitgetheilten Versuchen wird wohl geschlossen werden dürfen, daſs das Gaslicht in regelrecht geheizten und ventilirten Bibliotheksräumen und Büchermagazinen keinen schädigenden Einfluſs auf das Holzschliffpapier der Bücher auszuüben vermag.

Wien, pflanzenphysiologisches Institut der k. k. Universität. September 1887.

Die gegenwärtige Lage der Leblanc'schen Sodafabriken im Concurrenzkampf mit der Ammoniaksoda.

In der Chemischen Industrie 1887 Bd. 10 S. 290 macht R. Hasenclever sehr bemerkenswerthe Mittheilungen über den derzeitigen Stand der Sodaindustrie.

Während die Fabrikation der Ammoniaksoda in den letzten 10 Jahren bedeutend zugenommen hat, erfuhr die Darstellung von Leblanc-Soda eher einen Rückgang als eine Ausdehnung. Jedenfalls ist aber der durch die Entwickelung der Gesammtindustrie hervorgerufene Mehrbedarf an Soda ausschlieſslich von der Ammoniaksoda-Fabrikation gedeckt worden.

An der Gesammtproduction von Soda participiren die Ammoniaksodafabriken in den verschiedenen Ländern wie folgt:

in Deutschland etwa 75 Proc.
Frankreich 60
Oesterreich 47
England 22

In keinem Lande wird verhältniſsmäſsig so viel und nach so verschiedener Weise Ammoniaksoda gemacht, wie in Deutschland.

Weitaus die gröſste Production haben die 3 den deutschen Solvay-Werken gehörigen Ammoniaksodafabriken in Wyhlen, Bernburg und Saaralben, welche zusammen mehr als ein Drittel des gegenwärtigen deutschen Consums decken. Etwa 45000t produciren die Ammoniaksodafabriken in Grevenberg bei Aachen, Duisburg, Dieuze, Inowrazlaw, Nürnberg und Rothenfelde bei Osnabrück. Die drei Firmen, Chemische Fabrik Buckau, Verein chemischer Fabriken in Mannheim und Engelcke und Krause in Trotha fabriciren neben Ammoniaksoda noch Soda nach Leblanc, während nur noch in Schönebeck, Saarau, Heinrichshall, Heufeld, Hannover, Ludwigshafen und Stolberg ausschlieſslich nach dem alten Leblanc'schen Schmelzverfahren gearbeitet wird.