Text-Bild-Ansicht Band 266

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Anilin Arsensäure Temperatur Arsensäure Anilin Moleküle
Anilin *
Moleküle
As2O5

Theile
Theile Gehalt
an
As2O5
1860 H. Medlock 2 1 100 Siedepunkt 230 460 4,6 1
1860 Girard und de Laire 10 24 50 120–60° 230 191 1,9 1
1862 Rénard frères et Franc 15 25 76 150–70° 230 182 1,8 1
1864 D. Dawson 77 230 279 2,3 1
1867 A. W. Hofmann und
Girard und de Laire

800

1370

72

190–200°

230

187

1,9

1
1867 Ch. Lauth 100 140 75 Siedepunkt 230 219 2,2 1
1873 Girard und de Laire 10 16 75 180–90° 230 191 1,9 1
1876 A. Wurtz 1000 1500 75 190–200° 230 204 2,0 1
1885 P. Schoop 500 1000 75 230 246 2,5 1

* Das Molekulargewicht des Anilins ist = 100 angenommen.

von 300l15), 2500116); ja selbst 4000l17) Inhalt in den Fuchsinschmelzereien ein. Groſse Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten hat seiner Zeit die Entleerung der Kessel verursacht. Während man heute die Schmelze gerade soweit eindickt, daſs sie noch ausgeschöpft werden kann, oder von selbst aus einer am untersten Theile des Schmelzkessels angebrachten Oeffnung abflieſst, ging man früher in französischen Werken18) mit dem Eindicken so weit, daſs weder ein Ausschöpfen noch ein Ablassen der Schmelze möglich war. Man machte daher die noch heiſse Schmelze unter Zusatz von Wasser wieder plastisch und entleerte den Kessel mittels Dampfdruck in den Abkochkessel. Diese Art der Kesselentleerung ist, wie schon erwähnt, verlassen. Bei hinreichend groſsem Kaliber der Ausfluſsöffnung des Schmelzkessels gelingt die Entleerung ohne Schwierigkeit, vorausgesetzt, daſs die Schmelze nur so weit eingedickt wird, als es überhaupt nöthig ist.

Die Schmelze.

Zur Herstellung der Schmelze dient der mit Rührwerk versehene Guſskessel A (Taf. 26 und 27). Der Deckel des Kessels besitzt ein Mannloch zur Eingabe der Materialien- einen Stutzen zur Verbindung mit der Kühlschlange B und eine in den Deckel eingelassene – zur Aufnahme des Thermometers dienende und theilweise mit Gel gefüllte – Kanüle. Am Boden des Kessels befindet sich eine weite, mit einem guſseisernen Zapfen verschlieſsbare Ablaſsöffnung.

Ein anderer Kessel A1 steht in Reserve. Die Kessel A und A1 sind derart eingemauert, daſs das Feuer den Boden bestreicht und in einem 5mal den Kessel umstreichenden Abzugskanal als Rauchgas dem Schornstein zugeführt wird. Beide Kessel sind mit einer gemeinschaftlichen Kühlschlange B verbunden, welche durch einen Strom kalten

15)

Dictionnaire de chimie p. Wurtz Bd. 1 S. 315.

16)

Traité des dérivés de la Houille p. Girard et de Laire, 1873 S. 568.

17)

Progrès de l'industrie des matières colorantes p. Wurtz 1876 S. 52.

18)

Rapports du Jury international de l'exposition de Paris p. Hofmann, de Laire et Girard Bd. 7 S. 241.