Text-Bild-Ansicht Band 266

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und dieselbe in etwa 10cm hoher Schichte anfüllt. Oft gelangt die heiſse Masse nach dem Ablassen aus dem Kessel nochmals ins Arbeiten. Sie bläht sich auf und vergröſsert ihr Volum. Diese Volumvergröſserung findet unter heftigem Aufwallen der Schmelze statt, Gase entbinden sich und das Ganze zeigt dieselben Erscheinungen wie das Erstarren des Magmas vulkanischer Laven unter Bimssteinbildung.

Die Regulirung der Wärmezufuhr während des Schmelzens geschieht durch verminderte oder vergröſserte Zufuhr von Kohle, durch Bedecken des Feuers mit Asche oder endlich durch Herausziehen des Feuers aus dem Herde und Oeffnen der Feuerthür, behufs Abkühlung des Kessels durch Luftcirculation in den Zügen des Ofens. Die bequemste Art der Heizung ist hier, wie in vielen anderen Fällen, die Gasfeuerung, wie solche in den dem Verfasser näher bekannten Fuchsinwerken des Staates New-York eingeführt ist.

Auſser an der Schmelzprobe kann das Fortschreiten des Prozesses und das Ende desselben auch an der Menge Anilin und Wasser, welche aus dem Kessel A in die Vorlage D überdestilliren, erkannt werden. Arbeitet man – wie es in der That geschieht – immer unter denselben Bedingungen in Bezug auf Concentrationsgrad der Arsensäure, Temperatur, Schmelzdauer, Mischungsverhältniſs von Arsensäure und Anilin bei constanter Zusammensetzung des Anilins, so wird auch ein constantes Verhältniſs zwischen erzeugter Schmelze und dem bei der Reaction entweichenden Destillate zu constatiren sein. Die Destillationsmenge wird also den Maſsstab abgeben, mit dem der Prozeſs controllirt werden kann. Man kann in der That in übersichtlicher Weise am leicht zugänglichen Wasserstande der Vorlage das Ende der Reaction durch Messen des Destillatvolums feststellen. Hat nämlich dieser die Höhe der Marke – die man sich ein für allemal feststellt – erreicht, so kann die Schmelze aus dem Kessel entleert werden. Es ist jedoch unzweckmäſsig, sich auf dieses Indicium allein zu verlassen, wird es vielmehr nur als ungefähren Hinweis auf das Ende der Operation, das Probeziehen aber als absolutes Mittel der Feststellung der Garheit der Schmelze betrachten.

Aus der nachfolgenden Tabelle ist die Temperatursteigerung einiger Ansätze zu entnehmen. Die endständigen Zeit- und Temperaturnotirungen sind in dem Augenblicke gemacht, wo die gezogene Probe das benöthigte Ablassen der Schmelze anzeigte und die Destillatsmenge das – durch die am Wasserstande angebrachte Marke – begrenzte Normalvolum von 330l annähernd eingenommen, gerade erreicht oder nur wenig überschritten hatte.

Im milchigen Destillate scheidet man Anilin und Wasser durch Einrühren von 50k Kochsalz. Das auf der Salzlauge schwimmende Oel wird abgehebert, erstere verloren gegeben. Da das ungefähr 140k wiegende Anilindestillat wegen seines Gehaltes an Paratoluidin noch