Text-Bild-Ansicht Band 266

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die 120 Zellen lassen sich zu 30, 60, 90 oder sämmtlich hinter einander gruppiren und liefern danach 60, 120, 180, 240 Volt elektromotorische Kraft. Die Umschaltung vermittelt ein Umschalter, mittels dessen sich die Geschwindigkeit des Wagens reguliren läſst.

Der Elektromotor ist an der unteren Seite des Wagenbodens in der Nähe der einen Achse angebracht und treibt mittels Seiltrieb eine zwischen den beiden Achsen des Wagens liegende Zwischenachse, welche mittels Kette die Bewegung auf die beiden Achsen überträgt. Der Motor hat einen doppelten Commutator, und es sind die Abtheilungen des einen mit den im Durchmesser gegenüber liegenden Abtheilungen des anderen verbunden, so daſs die positive und die negative Sammelbürste neben einander angebracht werden können und nicht, wie sonst gewöhnlich, einander gegenüber. Es sind 2 Paar Bürsten vorhanden, die so mit einander verbunden sind, daſs das eine Paar anliegt, während das andere absteht. Dadurch läſst sich die Fahrtrichtung wechseln. Die Elektromagnete haben gemischte Wickelung zur Erhöhung der Strom Wirkung auf Steigungen.

Wie Michelet a. a. O. berichtet, ist die zur Zeit elektrisch betriebene Linie 1650m lang; dieselbe wird nur von 2 Wagen befahren. Die jetzigen Betriebskosten dürften sich nicht erhöhen, wenn sich der Betrieb bis auf 8 Wagen erhöhte; sie gleichen den Kosten für den Betrieb von 5 Wagen mit Pferdebespannung. Noch gröſser würde der Vortheil gegenüber dem Pferdebetrieb bei Thätigkeit von 16 elektrischen Wagen sein.

Die Fabrikation des Arsensäurefuchsins; von Dr. Otto Mühlhäuser.

(Schluſs der Abhandlung S. 503 d. Bd.)

Mit Abbildungen auf Tafel 26 und 27.

b) Die Herstellung der Rosanilinbase.

Geschichtliches.

Das Rosanilin wurde erstmals von A. W. Hofmann1) im J. 1862 in reinem Zustande dargestellt und in seinen Eigenschaften studirt. Die Farbenindustrie zog die Hofmann'schen Beobachtungen zu Nutzen und gründete auf die, wie es scheint, zuerst von Monnet und Dury2) beobachtete Eigenschaft des Rosanilins, sich in Alkalien zu lösen, ein Verfahren, um das Fuchsin der Schmelze zu entziehen. Diese Methode der Rosanilingewinnung, welche früher unter dem Namen des basischen Verfahrens in mehreren Fabriken ausgeübt wurde, ist von Hofmann, Girard und

1)

Jahresbericht 1862 S. 347.

2)

1861 159 392.