Text-Bild-Ansicht Band 264

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filtrirt mittels eines Hebers die blaue Flüssigkeit durch zwei Doppelfilter in eine unten stehende eiserne Wanne ab. Den in der Bütte zurückbleibenden Rückstand behandelt man nochmals in der eben beschriebenen Weise mit kochendem Wasser, dessen Menge der Menge Rückstand entspricht. Der zweite Auszug enthält nur reinen Farbstoff, dem ersten ist immer etwas Salz beigemengt und ist derselbe daher weniger stark als der zweite.

Den schlieſslich in der Bütte verbleibenden Rückstand stellt man bei Seite und kocht solchen bei Gelegenheit zusammen mit mehreren anderen Posten nochmals aus. Man verarbeitet gewöhnlich 12 bis 15 solcher Rückstände; was dann noch übrig bleibt gibt man weg. Die vereinten Reinfiltrate salzt man mit Salzwasser unter Umrühren aus.

(8. Tag): Das noch warme und am Boden als harzige Masse befindliche Reinviolett wird genau in derselben Weise wie das Rohviolett vom Salzwasser getrennt, nach vollkommener Trennung von letzten Salzwasserresten aus der Wanne herausgenommen und in eine Kupferpfanne gebracht. Durch Einleiten von Dampf in den äuſseren Kessel bringt man die goldglänzende Masse unter schwacher Dampfzufuhr zum Schmelzen. Um keine zu starke Hitze in der Violettmasse zu erzeugen, stellt man das Dampfventil des Heizapparates auf 1at,5 ein. Das Vortrocknen geschieht unter fortwährendem Umrühren der Masse mittels eines Holzrührers. Nach etwa 6 stündigem Erhitzen beginnt das Harz an dem aus der Masse gezogenen Rührer leicht kleben zu bleiben und auf der Oberfläche eine runzelige Haut zu ziehen, was das Ende des Vortrocknens bedeutet. Man hört daher mit dem Erhitzen auf, bringt das Violett mittels eines kupfernen Schöpfers auf Zinkbleche, wo es erkaltet.

(9. bis 11. Tag): Das über Nacht auf den Zinkblechen erkaltete Violett wird am einfachsten über der vorher benutzten und kalten Trockenpfanne mittels Holzhammer aus den Blechen geschlagen und das an den Blechen hängen bleibende Violett mit einem zu Hakenform gekrümmten Stücke Bandeisen abgekratzt. Die zerschlagenen Violettstücke werden alsdann im Kollergange gemahlen. Das aus der Mühle kommende moosgrüne Pulver wird auf ungefähr 40 Trockenblechen zu je 0qm,35, also auf einer Fläche von etwa 15qm vertheilt und die Bleche in den durch eine Dampfheizung auf 60° erwärmten Trockenraum gebracht. Das Trocknen des Violett bei der angegebenen Temperatur dauert den ganzen 10. und 11. Tag.

(12. Tag): Das der Trockenstube entnommene Violett wird auf den Trockenblechen in einem kühlen und trockenen Raume erkalten gelassen und zum zweiten Male gemahlen. Die Ausbeute an gemahlenem Violett3)beträgt 86k im Mittel. Nach dem Einstellen auf eine Musterprobe, d.h. durch Vermischung des Methylviolett mit einer entsprechenden

3)

Das nach dieser Methode erzeugte Methylviolett stellt ein Gemenge von Tetra- und Pentamethylpararosanilin dar.