Text-Bild-Ansicht Band 264

Bild:
<< vorherige Seite

einer cylindrischen Walze, welche von der Radachse aus in Drehung versetzt wird. Gegen diese Walze werden Backen durch Federn gedrückt, so daſs bei Drehung der Walze Reibung und hierdurch Wärme entsteht. Um eine selbstthätige Regelung der Wärmeentwickelung zu erhalten, schlägt Kraschovitz vor, den Heizkörper hohl zu bilden und mit Wasser o. dgl. zu füllen, ferner einen elastischen Deckel, der durch einen zweiten feststehenden Deckel geschützt wird, einzufügen. Die durch das Warmwerden der Walze entstehende Ausdehnung der Füllung wird eine Durchbiegung des elastischen Deckels bewirken, welche mittels einer Stange auf einen Hebelmechanismus übertragen wird, um dergestalt die Pressung zwischen Reibungsbacken und Walzenumfang zu regeln. Es wird somit der Reibungsdruck um so kleiner, je mehr die Walze sich erwärmt. Das Einstellen des Reibungsdruckes kann auch von Hand erfolgen, so daſs die Reibung und die durch dieselbe entstehende Erwärmung beliebig geändert werden kann. Diese Vorrichtung soll unter die Bänke des Wagens aufgestellt werden, so daſs unmittelbar die Luft des Wagens an der heiſs werdenden Walze sich erwärmen kann. Wenn jedoch beachtet wird, welcher groſse Arbeitsaufwand nothwendig ist, um eine genügende Wärmeentwickelung zu erhalten, so ergibt sich sofort die Unzweckmäſsigkeit des Vorschlages, durch Reibung Wärme zum Zweck des Heizens von Räumen erzeugen zu wollen.

Die französische Ostbahn hat nach den Annales industrielles, 1886 Bd. 2 S. 364 seit dem J. 1882 eine gröſsere Zahl von Personenwagen mit einer Warmwasserheizung versehen, bei welcher an einem der Träger des Wagengestelles ein guſseiserner Heizkessel mit Innenfeuerung befestigt ist. Als Heizkörper sind in den Fuſsboden zwischen den Sitzen guſseiserne Kästen eingelassen, welche durch Zufluſs- und Rücklaufrohr in bekannter Weise mit dem Kessel in Verbindung stehen. Das Rauchrohr der Kesselfeuerung führt am Wagen hoch und ist zur Regelung des Feuers mit einer feststellbaren Drosselklappe versehen. Der Kessel liegt in der Mitte des Wagens und zwei Steigröhren führen von demselben nach den rechts und links liegenden Heizkästen; die eine dieser Röhren endigt in einem Trichter, durch welchen die Leitung und der Kessel gefüllt werden können. Nach den im Winter 1885 angestellten Versuchen kostet die Heizung für einen Wagen etwa 9 Pf. für die Stunde. Die Temperatur der Heizkörper konnte mit Hilfe der Regelungsklappen auf 35 bis 40° erhalten werden.

In Holland werden an die Heizung der Personenwagen nur geringe Anforderungen gestellt, da die klimatischen Verhältnisse günstig sind und keine eigentlichen Nachtzüge fahren. Bei der Niederländischen Rhein-Eisenbahn ist, wie in Glaser's Annalen für Gewerbe, 1886 Bd. 18 * S. 91 mitgetheilt wird, seit 1876 ausschlieſslich die Wärmflaschen-Heizung in Anwendung, wofür auf der Station Arnheim eine Anlage für Füllung und Erwärmung der Wärmflaschen (vgl. 1885 257 141) besteht. Die Füllung erfolgt in besonderen Ständern mit Trichtern aus der Wasserleitung. Besondere Einrichtungen, um eine völlige Füllung, welche ein nachheriges Platzen zur Folge haben würde, zu verhindern,