Text-Bild-Ansicht Band 264

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Bahnen mit solchen Kohlenöfen ausgerüstet, die noch dazu gewöhnlich stark überheizt werden. Die Behörden und die Zeitungen fordern nun die Beseitigung dieser sicherheitsgefährlichen Einrichtung. Allerdings ist die Bauart der amerikanischen Wagen ohne Abtheilungen mit freiem Mittelgange dem Entstehen eines Brandunglückes besonders günstig, während in europäischen Wagen mit Abtheilungen und Seitenthuren ein solches nahezu ausgeschlossen erscheint.

Auf der Boston- und Lowell-Eisenbahn in Nordamerika ist kürzlich nach dem Centralblatt der Bauverwaltung, 1886 S. 148 eine von W. J. Ober in Boston angegebene Lüftungseinrichtung an einigen Personenwagen angebracht worden, welche sich bewährt haben soll. Unter dem Fuſsboden in der Mitte des Wagens ist in wagerechter Stellung ein Bläser gelagert, der von einer Radachse aus durch ein Zahnradvorgelege getrieben wird. Den Bläser umgibt ein flacher Behälter, welcher nach der Revue industrielle, 1886 * S. 516 0cbm,45 Inhalt hat und theilweise mit Wasser oder im Winter mit einer schwer gefrierenden Flüssigkeit gefüllt wird. Der Bläser treibt die angesaugte Luft durch diese Flüssigkeitsschicht und wird dadurch eine Reinigung der Luft von gröberen Beimengungen bewirkt. Die Luft zieht darauf durch zwei weite Rohre in zwei in ganzer Wagenlänge durchgehende Luftkammern, von welchen senkrechte Vertheilungsschächte innerhalb der doppelten Wagenwandung aufsteigen und zwischen den Sitzbänken in das Wageninnere münden. Während der kalten Jahreszeit soll die Luft vor ihrem Eintritte erwärmt werden. Die beabsichtigte Reinigung und Kühlung der Luft wird jedoch einer sehr genauen Wartung bedürfen, wenn sie wirksam sein soll; anderseits wird es nothwendig sein, für die kalte Jahreszeit die einzuführende Frischluft vorzuwärmen.

H. Parenty's Gas- und Flüssigkeitsmesser.

Mit Abbildung.

1k Wasser von 0° braucht, um sich zu gesättigtem Wasserdampfe von 0 bis 10at Spannung umzuwandeln, eine Gesammtwärmezufuhr, welche nahezu unabhängig ist von dem Werthe dieser Spannung und etwa 650c beträgt. Diese einfache Beziehung zwischen dem Gewichte des Wasserdampfes und der zu seiner Erzeugung verbrauchten Wärmemenge gestattet, das Messen der Dampferzeugung auf eine Gewichtsermittelung zurückzuführen. Um für eine fortgesetzte Dampferzeugung einen Gesammtwerth zu erhalten, müssen auch die Wägungen dauernd ausgeführt werden. Man wird deshalb in ganz natürlicher Weise auf den Weg geführt, die Gesetze über den Durchfluſs von Flüssigkeiten durch Oeffnungen zu benutzen. Von dieser Erkenntniſs geleitet, hat H. Parenty in Paris im Génie civll, 1886 Bd. 9 * S. 19 und in der Revue industrielle, 1886 * S. 213 einen Meſsapparat angegeben, welcher aus einer einfachen Wage besteht, deren eine Schale beständig beträchtliche