Text-Bild-Ansicht Band 264

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Graphit durch Schlämmen und von ungelöstem Eisen mittels eines Magnetes befreit worden war. Das specifische Gewicht des Körpers betrug 5,10; er war unlöslich in Salzsäure und kochender Kalilauge, leicht löslich in Salpetersäure. Beim Erhitzen auf Hellrothglut im Wasserstoffstrome fand keine Gewichtsveränderung statt. Die Analyse ergab neben geringen Mengen von Kupfer und Vanadin folgende Zusammensetzung:

Titan 71,58
Kohlenstoff 16,94
Eisen 3,77
Phosphor 0,69
Mangan 0,16
Schwefel 1,57
Silicium 0,00
Stickstoff 0,00
Unlöslicher Rückstand (SiO2 haltig) 1,09
Nicht bestimmt 4,20

Hiernach besteht der Körper zu ungefähr 88 Proc. aus Kohlenstoff-Titan von der Formel TiC. Der geringe Ueberschuſs an Titan ist wahrscheinlich in anderer Verbindung vorhanden.

Einfluſs der Durchgangsgeschwindigkeit des Leuchtgases durch die Reinigungsmasse auf die Reinigung.

Die Beobachtung, daſs ein Reiniger im Sommerbetriebe länger vorhält als im Winterbetriebe, überhaupt daſs eine bestimmte Reinigungsmasse bei schwachem Betriebe weit mehr Gas zu reinigen im Stande ist als bei scharfem Gange, veranlagte Kunath, den

Einfluſs der Durchgangsgeschwindigkeit in dieser Richtung näher zu prüfen und seine Erfahrung im Journal für Gasbeleuchtung, 1886 S. 979 dahin auszusprechen, daſs bei neuer (Lux'scher) Masse der Schwefelwasserstoff noch völlig zurückgehalten wird, wenn das Leuchtgas eine Geschwindigkeit von 16mm in der Secunde beim Durchgänge durch die Reiniger nicht überschreitet. Bei gebrauchter aufgefrischter Masse wurde als Grenzwerth eine Geschwindigkeit von 5mm ermittelt.

Es ergäbe sich also daraus die Schluſsfolgerung für den Constructeur, die Reinigerkästen eines Systemes mit gleichem Querschnitt mit mindestens 0qm,23 für 100cbm höchste Tageserzeugung anzulegen; für den Betriebsführer aber, welcher mit vorhandenen Kästen arbeiten muſs, erwächst die Aufgabe, zunächst zu prüfen, wie weit seine Kästen diesen Anforderungen an die Mindestgeschwindigkeit entsprechen und, falls die Zahl und die Anordnung der Kästen dies gestatten, durch Parallel schalten je zweier oder mehrerer Kästen die Durchgangsgeschwindigkeit auf das nöthige Maſs herabzudrücken, wenn der Querschnitt eines Reinigers sich als zu klein erweisen sollte. Dabei ist jedoch immer zu beachten, daſs weder die Anzahl der hinter einander in Arbeit tretenden Kästen, noch die Dicke der Masseschichten, sondern immer nur der Querschnitt und zwar, wenn die Reiniger verschiedene Gröſse haben, derjenige des kleinsten Reinigers in Betracht kommt.

Im Anschlusse hieran sei noch auf einen in der Stettiner Gasanstalt angewendeten Kunstgriff bei der Füllung der Reiniger aufmerksam gemacht, darin bestehend, daſs die Masse an den Rändern angeböscht wird, um den Durchgang des Gases zwischen Wandung und Masse möglichst zu erschweren.

Bezüglich der Dauer der Reinigungsmasse ist noch bemerkt, daſs z.B. Lux-Masse im Versuchsapparate, mit 3 Th. Sägespäne gemischt, 37 mal regenerirt werden konnte und immer noch reinigte, wenn die Durchgangsgeschwindigkeit des Gases innerhalb 5mm gehalten wurde.

Herstellung eines Thonerdehydrat und lösliche Kieselsäure enthaltenden Zusatzmittels für Portlandcement.

C. Heintzel in Lüneburg (D. R. P. Kl. 80 Nr. 38692 vom 16. Juli 1886) schlägt zur Beschleunigung des Abbindens von Portlandcement sowie zur Erhöhung der Festigkeit desselben folgendes Zusatzmittel vor: 100 G.-Th. feinst gemahlener Bauxit oder 100 Th. fein gemahlener feuerfester Thon werden mit 50 Th.