Text-Bild-Ansicht Band 264

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kurzen Geleisen mittels einer Schiebebühne Z auf das nach dem Schwellenlagerplatze führende Geleise geschafft werden können. Der Boden des Kesselhintertheiles K1 ist gewölbt, während sein vorderes, offenes Ende eine Flansche mit Feder zur Verbindung mit dem Vordertheile K besitzt. Diese Verbindung geschieht durch einen um einen Drehbolzen drehbaren und mit einem Schraubengewinde versehenen Haken, der mittels einer Schraubenmutter je nach Bedarf angezogen und gelockert werden kann. Auſsen ist der Kesselhintertheil K1 mit einem isolirenden Mantel umgeben.

Neue Apparate und Vorschriften für chemische Laboratorien.

(Fortsetzung des Berichtes S. 81 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Der Gasolingebläse- und Muffelofen von W. Hoskins soll besonders an solchen Orten Verwendung finden, wo man sich, wie z.B. in kleinen Städten, Minenbezirken u.s.w., das zum Betriebe eines guten Gasmuffelofens nöthige Leuchtgas nicht verschaffen kann. Die bis jetzt zu diesem Zwecke unter Zuhilfenahme von flüssigen Brennstoffen construirten Oefen und Gebläse erfordern alle einen Luftstrom, dessen Erzeugung mittels Blasebalg den Gebrauch sehr unbequem macht. Der Hoskins'sche Gebläseofen ist tragbar und arbeitet selbstthätig, reinlich und sparsam.

Fig. 1 stellt das Gasolingebläse dar: Zur Aufnahme des flüssigen Brennstoffes (Gasolin) dient der etwa 41 enthaltende Messingbehälter T. Mit demselben in Verbindung steht eine mit selbstthätigen Ventilen bei A und S ausgerüstete gewöhnliche Druckpumpe P. Bei V befindet sich eine kleine Flügelschraube, um nach Auſserbetriebsetzung des Apparates die Luft aus dem Behälter T entweichen zu lassen. Durch die mit einer Schraube verschlieſsbare Füllöffnung F wird das Gasolin eingegeben. Der Brenner D ist so eingerichtet, daſs das Gasolin, ehe es zur Verbrennung gelangt, den Brenner umspült und vorgewärmt wird. Beim Antriebe des Apparates erhitzt man den Brenner, indem man etwas Alkohol oder Gasolin in einer untergestellten Schale verbrennt; dann öffnet man den Hahn C vor dem Ventile S, setzt die Pumpe einigemal in Thätigkeit und schlieſst den Hahn C wieder.

Fig. 1., Bd. 264, S. 561
In dem Behälter T ist jetzt Druck erzeugt, durch welchen das Gasolin durch die Röhre H in den Brenner D getrieben wird. Dasselbe läuft nun in der unteren Röhre am Brenner entlang, geht dann durch einen am vorderen Brennerende befindlichen ringförmigen Kanal in die obere Röhre, in welcher es zurückfliegst. Auf diesem Wege ist das Gasolin durch den Brenner so stark erhitzt worden, daſs es aus einer feinen, durch den Hahn E regulirbaren Röhre als Gas in der Richtung nach D austritt, sich mit Luft mischt und verbrennt, verstärkt man den Druck im Behälter, so strömen natürlich gröſsere Mengen Gasolindampf aus und die Hitze der Gebläseflamme steigert sich. Die durch tue Verbrennung in dem cylindrischen Theile des Brenners D erzeugte Temperatur ist hinreichend hoch, um die fortwährende Verdampfung von Gasolin m den Röhren zu unterhalten, so daſs der Apparat, wenn einmal im Gange, selbstthätig weiter arbeitet, falls man nur von Zeit zu Zeit die Pumpe bewegt, um den Druck im Gasolinbehälter wiederherzustellen, der natürlich in Folge