Text-Bild-Ansicht Band 264

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dieser Quecksilbersäule h, dem Barometerstande H, dem Volumen des Cylinders V und dem der Kugel U berechnet man das Volumen der eingegebenen Kaffeemenge = V + (UH : h).

Aus einer gröſseren Anzahl von Versuchen fand Verfasser das specifische Gewicht für grüne Kaffeebohnen zwischen 1,368 und 1,041, für geröstete zwischen 0,635 und 0,500. Durch Meerwasser beschädigte Kaffeebohnen, welche, wie es in England in ausgedehntem Maſse der Fall, durch Auswaschen, Entfärben mit Kalkwasser, erneutes Waschen, scharfes Trocknen und schlieſsliche Färbung durch Anrösten oder Einwirkung von Farbstoffen ein besseres Aussehen gewonnen haben, zeigen im Allgemeinen ein niedrigeres specifisches Gewicht als Wasser, nämlich bis zu 0,9 (vgl. H. Hager 1881 239 164). Andererseits zeigen gebrannte Bohnen, welche durch Dämpfen mit Wasser gesättigt sind, 0,650 bis 0,770 sp. G.; es können bis 20 Proc. und mehr Wasser aufgenommen werden, ohne daſs dadurch die Bohnen sich feucht anfühlen. Durch 6 stündiges Trocknen bei 110° verliert der ungewässerte geröstete Kaffee höchstens 1 bis 2 Proc. an Gewicht.

Man hat auch versucht, die beim Rösten entweichenden Destillationsproducte zu verdichten und dem Kaffee wieder theilweise einzuverleiben. So behandelte Bohnen haben ähnliche Eigenschaften wie gewässerte, unterscheiden sich aber von diesen durch herberen Geschmack und unangenehmen Geruch.

Zum Reinigen von Büretten, welche in Folge einer an denselben haftenden dünnen Fettschicht nicht glatt ablaufen, empfiehlt C. Mohr in der Chemiker Zeitung, 1887 Bd. 11 S. 510 eine ziemlich starke Lösung von übermangansaurem Kali, welche man 1 bis 2 Tage in der zu reinigenden Bürette stehen läſst; hierauf spült man mit verdünnter Salzsäure und dann mit destillirtem Wasser nach. Die Reinigung mit Permanganat ist zuverlässiger als diejenige mit Aetzkali und Benzin und so behandelte Büretten laufen stets glatt ab.

Zur Bestimmung von Essigsäure in Acetaten durch Titration verfährt A. Sonnenschein (a. a. O. S. 591) insbesondere bei essigsaurem Natron in folgender Weise (vgl. auch 1885 257 74):

5g der gepulverten Durchschnittsprobe werden in einem Becherglase unter Erwärmen in Wasser gelöst und in einem Kolben auf 250cc gebracht. Ist Kohle vorhanden, so filtrirt man vor dem Auffüllen. 50cc der klaren Flüssigkeit werden mit 3 Tropfen Phenacetolin versetzt; zeigt sich eine Rothfärbung, so titrirt man so lange mit Salzsäure, bis dieselbe in Gelb umschlägt. Die verbrauchten Cubikcentimeter werden auf Na2CO3 umgerechnet. Man setzt hierauf 2 Tropfen Methylorange zu und titrirt so lange weiter, bis Rothfärbung eintritt. Die hierzu nöthigen Cubikcentimeter Normalsalzsäure geben den Gehalt an Essigsäure bezieh. essigsaurem Natron an. Will man die Titration mit Phenacetolin umgehen, so kann die Soda auch durch Fällung mit Bariumchlorid bestimmt werden. Man filtrirt den ausgeschiedenen kohlensauren Baryt mit der Kohle durch ein tarirtes Filter ab und titrit im Filtrate mit Methylorange als Indicator die Essigsäure (Methylorange wird durch Mineralsäuren roth gefärbt, durch Essigsäure aber nicht in seiner Farbe verändert). Das auf dem Filter befindliche Bariumcarbonat wird wie gewöhnlich für sich titrimetrisch bestimmt, die Kohle auf dem Filter gewogen.

Zur Werthbestimmung von käuflichem essigsaurem Kalk verfährt man in der Hauptsache wie bei essigsaurem Natron; nur muſs, um die Verwendung des Indicators zu ermöglichen, die gefärbte Calciumacetatlosung mit Knochenkohle entfärbt werden.

Man löst 5g essigsauren Kalk in heiſsem Wasser, fügt ungefähr 3g Spodium hinzu, leitet Kohlensäure ein und kocht, um vorhandenen Aetzkalk als Carbonat zu fällen, füllt im Kolben auf 250cc auf, filtrirt und titrirt 50cc mit Normal-Salzsäure unter Zusatz von Methylorange.