Text-Bild-Ansicht Band 264

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nehmen ist, daſs für die Zeitdauer der Aufgabe des zu verbrennenden Materials keine Störung des bereits eingeleiteten, sich etwa im Beharrungszustande befindlichen Verbrennungsprozesses eintrete. Diese Bedingungen führen unmittelbar auf die Einrichtung eines „mechanischen Heizers“, welcher in der That auch von Godillot angewendet wird. Der Werth des „mechanischen Heizers“ läſst sich auf Grund reicher Erfahrungen mit ähnlichen Feuerungen feststellen. Eine Hauptbedingung für die vortheilhafte Anwendung der mechanischen Heizmethode ist in der gleichmäſsigen Anstrengung des Rostes, d. i. AR = Constant gelegen. Wie groſs dieser maſsgebende Werth für Godillot's Feuerungsanlagen mit Rücksicht auf die so sehr verschiedenen Brennstoffe wird, ist leider aus den von Godillot selbst zur Verfügung gestellten Versuchsergebnissen nicht zu ersehen, daher ein hauptsächliches Mittel zur Kennzeichnung seiner Construction fehlt. Der nothwendig gleichmäſsige Betrieb der Feuerung schlieſst daher jede sogen. „Forcirung“ derselben von vornherein aus, welche erfahrungsgemäſs das Erlöschen des Feuers auf dem Herde zur Folge hätte; aus diesem Grunde ist die Godillot'sche Feuerung nur in bestimmten Fällen vortheilhaft zu verwenden.

Textabbildung Bd. 264, S. 580
Die Einrichtung von Godillot's Feuerung als Dampfkessel-Unterfeuerung ist aus der beigegebenen Figur zu ersehen. Der eigentliche Rost D ist seiner Form nach neu, indem derselbe einen halben Kegelmantel („Pavillon-Rost“ genannt) bildet, welcher auf der Auſsenfläche zur Auflage des Brennstoffes dient, an dessen Innenseite die Verbrennungsluft angesaugt wird, um durch die vorbereiteten Rostspalten hindurch zum Brennstoffe zu gelangen. Die Halbkegel-Mantelfläche ist aus halbringförmigen Roststäben, von den Roststäben der neueren Treppen- (oder Etagen-) Röste ähnlicher Querschnittsform zusammengesetzt. Die Neigung der Erzeugenden des Rostkegels hängt von der besonderen Beschaffenheit des zu verfeuernden Materials, von dem „natürlichen Böschungswinkel“ desselben wesentlich ab und muſs nothwendig die zulässige Gröſse desselben im Versuchswege bestimmt werden. Referent