Text-Bild-Ansicht Band 264

Bild:
<< vorherige Seite

hat bei anderem Anlasse Gelegenheit gehabt, den Böschungswinkel folgender Brennstoffe für die Verfeuerung auf gewöhnlichen Treppenrösten durch Sonderversuche festzustellen, und fand für: Braunkohlenklein = 38 bis 42°, backende Steinkohle (klein) = 45°, Torf (klein) = 25°, Schwarzkohle (Würfelkohle) rein = 35°, unrein = 39°, Schwarzkohle (Grieskohle) rein = 37°, unrein = 39° u.s.f.

An das obere Ende des Halbkegelrostes schlieſst sich die „Gosse“ A für die Zuführung des Brennstoffes durch den „mechanischen Heizer“ H an, welcher aus einer drehbaren Schraube2)besteht. Dieser Schraube fallt das von auſsen zugeführte Material durch den Raum A zu. Im Deckengewölbe des Feuerraumes B befindet sich noch bei G eine Schauöffnung und bei F eine Einrichtung zur Entzündung des Brennstoffes auf dem Roste. Der „Pavillon“-Rost stützt sich mit dem unteren halbkreisförmig erweiterten Rande auf einen hufeisenförmigen wagerechten „Schlackenrost“ E, an welchem sich nach rückwärts eine einfache Einrichtung anschlieſst, welche von Godillot als eine Art „Calorifer“ bezeichnet wird und lediglich den Zweck haben kann, die bei D zuströmende Verbrennungsluft in Folge Bestreichens der auf der Platte D1 angesammelten, von E abgenommenen Verbrennungsrückstände, mäſsig zu erwärmen und eine entsprechend höhere Anfangstemperatur der Verbrennungsproducte zu erreichen. Unter E und D1 liegt der Aschenfall C. Die Feuergase werden gezwungen, aus dem geräumigen Feuerraume B über eine Feuerbrücke B1 zu streichen, werden daselbst mit der eingetretenen Verbrennungsluft gemischt und derart zur vollständigen Verbrennung veranlaſst, um hierauf den Dampfkessel K mit dem zugehörigen Sieder S zu bespülen.

Ueber die Wirkungsweise der eben beschriebenen Feuerungsanlage, über die Vortheile, welche durch diese zu erzielen sind, äuſsert sich Godillot in einer besonderen Mittheilung (Paris 1885), welche von der ausführenden Maschinenfabrik Ch. Verenet und E. Schaeffer in Mülhausen zur Verfügung gestellt wurde, in folgender Weise: „Der Brennstoff, in die Gosse A gebracht, wird durch die Bewegung der Schneckenschraube in den Herd und zwar am höchsten Punkte des Kegelrostes geführt und gleitet in demselben Maſse längs desselben hinab, in welchem sich der darunter befindliche verzehrt. Während dieses Hinabgleitens trocknet der Brennstoff, wird allmählich erhitzt und verbrennt; schlieſslich befindet er sich auf dem hufeisenförmigen wagerechten Roste, auf welchem die Verbrennung zum Abschlusse kommt.“

Als hauptsächliche Vortheile der Feuerungsanlage werden von Godillot hervorgehoben:

1) Die methodische Verbrennung, nachdem die Verbrennung an sich zu regeln ist und alle Zustände des Verbrennungsprozesses ohne jegliche Störung eingeleitet und allmählich erledigt werden können. – Es ist richtig, daſs durch die Wahl der halbkegelförmigen Gestalt des Rostes selbst, im Zusammenhange mit der Art und Stelle der Aufgabe des frischen Brennstoffes sich eine derartige Lagerweise und (anfänglich) große Schichtenhöhe desselben von selbst einstellen muſs, daſs sowohl die der eigentlichen Verbrennung vorangehende vorbereitende Trocknung und die theilweise Entgasung des Brennstoffes bei mangelhaftem Luftzutritte ordnungsmäſsig und auf einander folgend durchführbar

2)

Vgl. L. Schultz's Schraubenzufuhrer 1879 233 * 437.