Text-Bild-Ansicht Band 264

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sind, daſs endlich das für die vollkommene Verbrennung vorbereitete Material bei der schlieſslich nieder gewordenen Schichtenhöhe bei entsprechend reichlichem Luftzutritte auch vollkommen verbrennen kann, wenn der Beharrungszustand der Feuerung nicht gestört wird. Leider liegen keinerlei Ergebnisse der Analysen der entstandenen Rauchgase vor, welche allein geeignet wären, die Art des Verbrennungsprozesses, dessen Führung, den besonderen Einfluſs der gewählten Form des Rostes auf die Verbrennung selbst zu verfolgen. Es muſs aber schon an dieser Stelle auf den auffällig hohen Wassergehalt der früher angegebenen Brennstoffe, welche eben auf Godillot's Rost verzehrt werden sollen, hingewiesen und hervorgehoben werden, daſs der Einfluſs des hygroskopischen Wassers auf die Anfangstemperatur im Feuerungsraume entschieden nachtheilig wirkt. Godillot verwendet zum Zwecke der Verminderung dieses nachtheiligen Einflusses vorgewärmte Verbrennungsluft, welche durch den früher erwähnten „Calorifer“ erzeugt werden soll.

In jedem Falle wird durch den reichlichen Gehalt der Rauchgase an Wasserdampf eine schädliche Rückwirkung auf die Wandungen des Dampfkessels selbst, in Folge der theilweisen Condensation des ersteren an den letzteren und der dadurch bedingten Rostbildung, unvermeidlich sein und endlich der sogen. „Essenverlust“ der Kesselanlage noch immer einen bedeutenden Werth erhalten müssen. Es erscheint somit auch Godillot's Feuerung nicht geeignet, den schon bei älteren Feuerungen zum Zwecke, der Nutzbarmachung armer und zugleich sehr feuchter Brennstoffe wahrgenommenen Uebelstand der bedeutenden Nässe der Rauchgase zu belieben, welcher weiter eine schädliche Erniederung der Anfangstemperatur der Rauchgase, geringeren Wirkungsgrad der Heizfläche und endlich eine Verminderung des Wirkungsgrades der ganzen Kesselanlage an sich bedingt.

2) Vermeidung des Abfalles von Brennstoff in den Aschenfall, d. i. Vermeidung des Wärmeverlustes durch unmittelbaren Verlust an Brennstoff. Dieser auch anderen Feuerungsanlagen in sehr befriedigendem Maſse zukommende Vortheil, wenn eben dessen Hauptbedingung (Uebereinstimmung des Rostes hinsichtlich der Anordnung seiner Einzelheiten mit den Haupteigenschaften und Verhalten des zu verfeuernden Brennstoffes) erfüllt ist, ist durch die Art der Ausbildung der Godillot'schen Roststäbe mit besonderer Rücksichtnahme auf das zu verwerthende Kleinmaterial mit Sicherheit in Aussicht zu nehmen, obschon in der Abhandlung von Godillot keinerlei Nachweise über die einschlägigen Erfahrungen mit dem in Rede stehenden Roste geliefert sind.

3) Regulirung der Verbrennung durch zweckmäßige Regelung der Zufuhr des Brennstoffes. Wie schon an früherer Stelle erwähnt, ist die „mechanische“ Heizung, wenn dieselbe für verschiedene Brennstoffe so zu sagen eingestellt werden kann, unter der wesentlichen Voraussetzung eines bestimmten Beharrungszustandes vortheilhaft; sie verhindert den Zutritt eines kalten Luftstromes in den Feuerraum für die Dauer der Aufgabe des Brennstoffes, sie erfüllt die sachgemäſse Bedingung der stetigen Zuführung des Brennstoffes zum eigentlichen Verbrennungsherde, erleichtert die Wartung der Feuerung ungemein und schützt vor Bildung von nassen Dämpfen im Kessel. Leider liegen weder über die zulässigen und thatsächlichen Anstrengungen der Rostfläche für die einzelnen Brennstoffe, noch über die Ergebnisse etwaiger Versuche von verschärfter Dampferzeugung (sogen. Forcirung) Zahlen vor, welche allein geeignet wären, den wahren Werth und die Verwendungsfähigkeit der Godillot'schen Feuerungsanlage auf wichtigen industriellen Gebieten zu bemessen.

4) Rauchfreie Verbrennung. Die Erreichung dieses Hauptvortheiles ist wieder an die mäſsige Anstrengung der Rostfläche der Feuerungsanlage gebunden, setzt bei den in Aussicht genommenen Brennstoffen eine sogen. „Halbgasfeuerung“ voraus, welche eine sehr hohe Anfangstemperatur der Verbrennungsgase, also mäſsigen Luftüberschuſs erreichen läſst. Die rauchfreie Verbrennung mit der Godillot'schen Feuerungsanlage wird übrigens von Jourdain, Director der Pariser Vereinigung von Besitzern von Dampfapparaten, bestätigt, welcher angibt, mit dem Godillot'schen Roste sehr feuchte Lohe (60 Proc. Wassergehalt) aus verschiedenen Gerbereien, ferner Holzabfälle, Sägespäne u.s.f. verwerthet zu haben.