Text-Bild-Ansicht Band 264

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gegenüber liegenden, also Spule 1 mit der genüber liegenden 17 und 2, Spule 2 mit 1 und 3 u.s.w. Das eine Ende jeder Spule ist mit den ihr zunächst liegenden Stromsammlerabtheilungen verbunden, wie die Skizze zeigt. Die Sröme werden an zwei um 90° entfernten Punkten B gesammelt, welche die Entfernung zwischen einem Nord- und Südpole haben. Tritt daher z.B. die Spule 1 in ein Nordfeld N, so liegt auch ihr anderes mit Spule 2 verbundenes Ende in einem Nordfelde und dieselbe Bürste nimmt den Strom beider auf. Die Bürsten sind paarweise angeordnet; jedes Paar derselben sitzt auf einem von einem isolirten Lager vorstehenden Bolzen, der an seinem äuſseren Ende eine Mutter trägt, durch welche er in seinem Lager verschoben werden kann. Gleichzeitig greift aber ein Stift in eine schraubenförmige Nuth des Bolzens, so daſs derselbe bei der Verschiebung auch eine Drehung macht, wodurch die Bürsten mit verschiedenem beliebig zu steigerndem Drucke zur Auflage auf den Stromsammler kommen. Die Bürstenhalter sitzen auf einem halbkreisförmigen Messingrahmen, auf welchem sie unabhängig verschoben werden können, während der ganze Rahmen selbst concentrisch zur Achse gedreht werden kann, um die Bürsten auf die Punkte der geringsten Funkenbildung zu stellen.

Die unipolare Maschine von Prof. Georg Forbes in London (vgl. * D. R. P. Nr. 35188 vom 23. Juni 1885) beruht in ihrer Anordnung auf. der von Nobili bereits im J. 1832 entdeckten Thatsache, daſs, wenn eine starke Eisenscheibe innerhalb eines von einem ununterbrochenen elektrischen Strome durchflossenen Drahtringes oder einer solchen Drahtspule umläuft, zunächst in diesem Drahte von einem bis zum anderen Ende Kreise von magnetischen Kraftlinien entstehen, von denen ein Theil auch durch das Metall der Scheibe geht, in welcher nun bei der Drehung Inductionsströme gebildet werden, die von allen Theilen der Scheibe nach dem Drahte zu oder in umgekehrter Richtung gehen.

Bei der in Fig. 18 Taf. 33 dargestellten Maschine von Forbes besteht der Anker aus einem vollen Eisencylinder, welcher sich innerhalb des von einem eisernen Gehäuse R umgebenen, concentrisch zur Drehachse gewickelten Kupferbandes dreht. Bei der Drehung innerhalb des unipolaren Feldes entstehen im Anker Inductionsströme in der Richtung vom Umfange nach der Achse zu. Die Abnahme der Ströme vom Anker geschieht an Kohlen-Schleifcontacten, welche sich hier besser bewähren sollen als Kupferstreifen.

Eine ähnliche Anordnung, ebenfalls von Prof. Forbes angegeben, ist in Fig. 19 Taf. 33 nach dem Centralblatt für Elektrotechnik, 1886 * S. 794 wiedergegeben. Es ist auch hier auf die eigentlichen Magnetkerne verzichtet und der Anker wird von der Magnetisirungsspule möglichst dicht umgeben. Der cylindrische Anker dreht sich in einem starken Eisenkasten, in welchem den verbleibenden Zwischenraum ausfüllende Drahtwickelungen parallel zum Anker laufen. Hierdurch wird fast jeder Verlust an magnetischen Kraftlinien vermieden.

Hieran anschlieſsend sei die dynamo-elektrische Maschine von W. Lahmerer in Aachen beschrieben, welche von den Deutschen Elektricitätswerken zu Aachen gebaut und im Centralblatt für Elektrotechnik, 1887 * S. 70 besprochen ist. Dieselbe hat zunächst einen geringen magnetischen Widerstand und der Verlust an magnetischen Kraftlinien, welcher bei der