Text-Bild-Ansicht Band 264

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die Isolirung der Drähte bei dem Einführen und Hindurehziehen durch die engen Nuthen sehr leicht einer Beschädigung ausgesetzt.

Fig. 14 Taf. 33 gibt noch einen Querschnitt durch die Brown'sche Maschine, aus welchem die Elektromagnete und Polstücke ersichtlich sind.

Diese Construction ist von der Maschinenfabrik Oerlikon in der Schweiz für eine Anlage zur Arbeitsübertragung ausgeführt und zwar stehen zwei solche Maschinen als Stromerzeuger in Kriegstetten, wo sie eine 30 bis 50 pferdige Wasserkraft aufnehmen, während zwei etwas kleinere Maschinen in Solothurn den Strom erhalten und eine dortige Fabrikanlage betreiben. Die beiden Stromerzeuger sowohl, als auch die beiden Motoren sind hinter einander geschaltet und für die Leitung das Drei-Drahtsystem Edison's angewendet, wodurch eine Selbstregulirung der Motoren ermöglicht ist. So lange nämlich beide Motoren gleiche Arbeit verrichten, geht kein Strom durch den mittleren oder Ausgleichungsdraht; wird aber die Arbeit beider Motoren verschieden, so geht die Differenz der Ströme als besonderer Strom in der einen oder anderen Richtung durch jenen Draht. Der Widerstand der beiden Stromerzeuger wird zu 6,94 Ohm, der der Motoren zu 6,50 Ohm, der Widerstand der Anker 1,40 bezieh. 1,30 Ohm und der des Feldes zu 2,07 bezieh. 1,95 Ohm angegeben. Die Stromerzeuger sollen jeder einen Strom von 14 bis 15 Ampère und von zusammen 2500 Volt bei 700 Umdrehungen in der Minute erzeugen.

Um sowohl beim Vorwärts-, als beim Rückwärtsgange der Dynamomaschine Strom zu erhalten, verwendet die Elektrotechnische Fabrik Cannstatt in Cannstatt (* D. R. P. Nr. 39147 vom 16. September 1886) halbkreisförmige Contactringe mit aufliegenden Federn, welche Ringe auf feine lose auf der Maschinenachse sitzende Büchse gelagert sind. Diese Büchse C (Fig. 11 und 12 Taf. 33), welche auch auf einer Verlängerung des Achsenlagers sitzen kann, trägt die beiden Bürsten B, die durch ihre Reibung auf dem Sammler A im Sinne der jeweiligen Drehrichtung der Maschine bis zu einem stellbaren Anschlage D oder D1 mitgenommen werden- diese sind so eingestellt, daſs die Bürsten dann in der günstigsten Lage stehen. Bei dieser Verdrehung der Büchse wird gleichzeitig durch Vermittelung der halbkreisförmigen Contactringe E und der auf denselben schleifenden Ableitungsfedern F die Richtung des aus dem Ringe kommenden und durch die Contactfedern F abgeführten Stromes derart gewechselt, daſs letzterer die Magnete stets in demselben Sinne umkreist, also die Pole der Maschine unverändert bleiben.

Ganz und Comp. in Budapest construirten die in Textfig. 2 und 3 dargestellte mehrpolige Maschine in der Absicht, mit möglichst geringem Gewichte eine möglichst groſse Leistung zu erzielen; sie unterscheidet sich von der früher (1886 261 * 497) beschriebenen Wechselstrommaschine dadurch, daſs hier die 6 Elektromagnete innerhalb des dieselben umgebenden, seitlich gefaſsten Ringankers feststehen. Die Kerne dieser Magnete sind mit dem betreffenden Lagerbocke in einem Stücke gegossen. Der Anker wird durch einen Gramme'schen Ring gebildet, welcher bei der 6 poligen Maschine so gewickelt ist, daſs schon ⅙ desselben die nöthige Spannung, in einem bestimmten Falle 1500 Volt bei 1000 minutlichen Umdrehungen, erzeugt. Diese 6 Sechstel sind dann parallel geschaltet, um 35 Ampère Stromstärke zu erzielen. Jedes Ringsechstel