Text-Bild-Ansicht Band 263

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gehen zur Zeit noch aus einander. Wahrscheinlich sind nur gewisse Arten von Hefepilzen oder ihre Gährungsproducte dem menschlichen Organismus schädlich. Aubry schlägt nun in dieser Hinsicht folgende Art der Beurtheilung hefetrüber Biere vor: 1) Wenig vergohrene Biere müssen für den Genuſs völlig frei von Hefe sein. 2) Gut vergohrene Biere mit mindestens 48 Proc. wirklicher Vergährung und sonst normaler Beschaffenheit sind mit einem leichten Hefeschleier noch für den Genuſs zulässig; doch darf sich bei 24stündigem Stehen bei Zimmertemperatur nicht merklich Hefe absetzen. 3) Stark durch Hefe getrübte Biere sind nicht genuſsfähig. 4) Als verdorben sind diejenigen Biere zu betrachten, welche hefetrübe sind und auſserdem Bakterien enthalten, bei denen die chemische Untersuchung Anhaltspunkte für fortgeschrittene Zersetzung gibt und deren Geschmack ein schlechter ist. (Wochenschrift für Brauerei, 1886 S. 589.)

(Fortsetzung folgt.)

C. J. Lintner.

Verfahren und Apparat zur Entfuselung von Rohspiritus.

Mit Abbildungen auf Tafel 3.

A. F. Bang und M. Ch. Ruffin in Paris (* D. R. P. Kl. 6 Nr. 30902 vom 5. August 1884) wollen Fuselöl und Aldehyd aus 50procentigem Rohspiritus durch inniges Mischen mit Petroleumäther entfernen, welcher sich in dem 50procentigen Spiritus nicht lösen, dagegen aus diesem Fuselöl und Aldehyd herausnehmen soll. Es wird Petroleumäther verwendet, welcher mit gewöhnlicher und mit rauchender Schwefelsäure gereinigt und angeblich geruchlos gemacht worden ist. Besonderer Werth wird auf die Wiedergewinnung und Reinigung des mit Fuselöl beladenen Petroleumäthers gelegt. Der vorgeschlagene Apparat besteht aus einem zur Mischung des Spiritus mit dem Petroleumäther dienenden Cylinder, über welchem sich, durch ein Rohr verbunden, ein zweites kleineres Gefäſs zum Absetzen der gemischten Flüssigkeiten befindet. Aus letzterem Behälter gelangt der auf dem Spiritus schwimmende Petroleumäther in ein System von vier Cylindern, welche nach einander mit Wasser, gesättigter Chlorcalciumlösung, concentrirter Schwefelsäure und Kalk beschickt sind, so daſs der Petroleumäther zuerst gewaschen und von anhängendem Spiritus gereinigt, dann getrocknet und durch Schwefelsäure vom gelösten Fuselöl und Aldehyd und zuletzt von mitgerissener Schwefelsäure durch den Kalk befreit wird, worauf derselbe sofort wieder zum Reinigen neuer Spiritusmengen Verwendung finden kann. Die Mischung von Spiritus und Petroleumäther wird dadurch bewirkt, daſs man den letzteren mit Hilfe einer Pumpe durch ein am Boden des Mischcylinders liegendes, mit vielen feinen Ausfluſsöffnungen versehenes Rohr preist und auf diese Weise den Petroleumäther von unten nach oben fein vertheilt den zu reinigenden Spiritus durchstreichen läſst. Der entfuselte Spiritus wird in gewöhnlicher Weise rectificirt.