Text-Bild-Ansicht Band 263

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Teppiche und Matten aus Holzfaser in beliebiger Farbe und Musterung als Ersatz für Strohmatten hergestellt werden. Die mikroskopische Untersuchung lehrte, daſs das verwendete Holz Tannenholz ist. Die Fasern sind 40 bis 60cm und darüber lang, 0,5 bis 1mm breit, ziemlich glatt und fast durchweg nach dem Radialschnitt (Spiegelschnitt) gewonnen. Die Fasern werden zu Bindfaden dicken Fäden versponnen, hierauf 2fädig gezwirnt und schlieſslich verwebt.

Diese Teppiche werden das Meter zu 40 bis 50 Kr. ö. W. verkauft; obwohl noch um etwa 5 Kr. theurer als Strohmatten dürften diese Holzteppiche doch wegen ihrer sorgfältigen Herstellung, ihrem gefälligen Aeuſseren und der anscheinend gröſseren Haltbarkeit sich bald weiteren Eingang verschaffen.

Telephoniren ohne Drahtleitung.

Prof. A. E. Dolbear hat in Amerika eine Anordnung zum Telephoniren ohne Drahtleitung patentirt, wobei er nach dem Scientific American Supplement. 1886 * S. 9119 am gebenden und empfangenden Orte einen nur lokalen Stromkreis herstellt, welcher einerseits an einer Erdplatte, andererseits an der einen Belegung eines Condensators endet, dessen zweite Belegung isolirt bleibt. In diesen Stromkreis wird am empfangenden Ende ein Empfangstelephon (z.B. das statische Telephon Dolbear's, vgl. auch 1883 248 * 162) eingeschaltet, am gebenden dagegen die secundäre Rolle eines Inductors, dessen primäre Rolle zugleich mit einer Batterie und einem Mikrophon in einem geschlossenen Stromkreise liegt. Die beim Sprechen gegen das Mikrophon der Erdplatte am gebenden Ende zugeführte positive Elektricität soll die negative elektrische Spannung an der Erdplatte am empfangenden Ende so kräftig und regelmäſsig ändern, daſs man die Worte im Telephon gut verstehen kann. Dolbear gibt an, daſs man so wenigstens auf 0km,8 Entfernung sprechen könne.

Einheitliche Weichen- und Signalstellung sowie Verriegelung für Pferdebahnen.

Textabbildung Bd. 263, S. 305
Auf dem Old-Haymarket zu Liverpool, auf welchem 5 Verkehrsrichtungen zusammentreffen, verkehren täglich 111 Straſsenbahnwagen mit 1190 Durchfahrten, so daſs in einer regelmäſsigen Arbeitsstunde 90 Durchfahrten stattfinden. Was die Art der Linien anlangt, so fällt auf, daſs einige derselben, die in der Manchester-Straſse, in der Great Charlott-Straſse, in der St. Johns-Straſse und in Whitechapel, obwohl eingleisig, doch nur nach einer Richtung betrieben werden und daſs die beiden Gleise der zweigleisigen Linien in der Victoria-Straſse und auf dem Old-Haymarket verschiedenen Verkehrslinien angehören. Es erklärt sich dies daraus, daſs von den zweigleisigen Linien die beiden Gleise meist wegen der Enge der Straſsen in zwei benachbarte gleichlaufende Straſsen gelegt sind, um die Belastung der einzelnen Straſse möglichst zu verringern. Der bedeutende Verkehr, bei welchem fast jede Durchfahrt mehrere Linienkreuzungen ergibt, hat den Stadtingenieur C. Dunscombe veranlaſst, hier mitten in der Kreuzung eine Bude aufzustellen, von welcher aus nach dem Saxby-Farmer'schen Verfahren die Stellung und Verriegelung der Weichen und Signale vorgenommen wird; dabei brauchten jedoch nur die gegen die Spitze befahrenen Weichen von einander abhängig gemacht zu werden. Die Anordnung wurde im März 1883 in Betrieb genommen und hat sich seitdem als äuſserst zweckmäſsig bewährt.