Text-Bild-Ansicht Band 262

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Pattinson (daselbst S. 422) theilt indeſs die Anschauungen von Atkinson nicht; er hält vielmehr die Genauigkeit seines maſsanalytischen Verfahrens aufrecht und führt zu seinen Gunsten die Untersuchungen von Wright und Menke (Journal of the Chemical Society, 1880 Bd. 37 S. 22 und 49) bezieh. von Ledebur (Chemikerzeitung, 1884 S. 910, 927 und 963) an. Ferner hat Pattinson sein Verfahren auf die Angaben von Atkinson hin nochmals durch 2 Analysen von reinem Mn3O4 geprüft. Der gefundene Mangangehalt betrug 99,96 bezieh. 100,07 Procent von dem wirklich vorhandenen. In seiner Kritik der Angaben Atkinson's bemerkt Pattinson, daſs der Beweis der vollkommenen Reinheit des angewendeten schwefelsauren Manganoxyduls nicht völlig erbracht sei und daſs bei einem geringen Gehalte desselben an Thonerde, Kalk oder anderen Basen, wie derselbe nach seiner eigenen Erfahrung häufig in wohlkrystallisirtem schwefelsaurem Mangan vorkomme, durch die Fällungsanalyse ein zu hoher Mangangehalt gefunden werden müsse; andererseits sei die Anwendung von Bromwasser bei dem maſsanalytischen Verfahren zu verwerfen und dasselbe durch Chlorkalklösung zu ersetzen, weil im letzteren Falle, wo die Gelbfärbung der Flüssigkeit durch Brom vermieden werde, leichter die Bildung von Uebermangansäure beobachtet werden könne. Pattinson gibt zu, daſs durch die Bildung von gröſseren Mengen Uebermangansäure der Mangangehalt zu niedrig gefunden werde, weil die Uebermangansäure durch Alkohol nicht zu Hyperoxyd, sondern zu einer niedereren Oxydationsstufe reducirt werde, und verlangt in diesem Falle die Wiederholung der Analyse mit geringeren Mengen von Chlorkalklösung. Andererseits soll nach seiner Angabe die Bildung des Permanganates dadurch völlig vermieden werden können, daſs man ein lösliches Zinksalz zu der Manganlösung hinzufügt.

Auf diese Einwürfe von Pattinson erwiedert Atkinson a. a. O. S. 467, daſs er das von ihm angewendete schwefelsaure Manganoxydul auf Reinheit geprüft und die Abwesenheit von Thonerde, Kalk und anderen Körpern, welche mit dem Mangan bei der gewichtsanalytischen Bestimmung niedergeschlagen werden könnten, festgestellt habe. Was den Einfluſs des Zinksalzes auf die Bildung von Permanganat betrifft, so ist Atkinson noch nicht zu einem abschlieſsenden Urtheile gelangt, da er zur Zeit noch mit Versuchen hierüber beschäftigt ist; doch haben die letzteren schon jetzt gezeigt, daſs es bei dieser Abänderung des Verfahrens groſse Schwierigkeiten macht, den Manganniederschlag durch Auswaschen vollkommen vom Chlorkalk zu befreien. Atkinson hält zum Schlüsse seine Behauptung aufrecht, daſs das maſsanalytische Verfahren in der bisher allgemein üblichen Ausführungsweise zu niedrige Werthe liefert. (Vgl. Uebersicht 1886 261 260.)