Text-Bild-Ansicht Band 262

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ohne Anwendung irgend welcher Stromregulatoren oder Widerstände erzielt werden. Die in den Accumulatoren angesammelte Energie wird also ohne Verlust durch Erwärmung von Widerständen, vielmehr in günstigster Weise verwendet.

Den Stellungen des Schlüssels 2 bis 5 entsprechend wirken auf den Motor 48, 96, 144 oder 192 Volt und dem entsprechend ist auch seine Geschwindigkeit. Der regelmäſsige Stromverbrauch beträgt etwa 18 Ampère; bei Steigungen und Curven kann die Stromstärke indessen zeitweise bis auf 80 Ampère wachsen. Der Motor ist eine Siemens'sche „Serien-Maschine“, Modell D2, mit etwa 0,6 Ohm Widerstand, welche unter dem Wagen aufgehängt ist und ihre Kraft mittels Hanfseilen auf eine zwischen beiden Laufachsen befindliche Blindachse abgibt; von hier aus wird die Kraft mittels Ketten auf die Laufachse abgegeben. Die Hanfseile sind durch eine besondere Zubereitung gegen Witterungseinflüsse möglichst geschützt und die Ketten haben die Besonderheit, daſs ihre Glieder in der ganzen Breite der Kette gelagert sind, um die Abnutzung möglichst gering zu machen. Die Umkehrung der Drehrichtung der Maschine wird durch Veränderung der Bürstenstellung bewirkt; es sind zwei besondere, um etwa 90° verdrehte Bürstenpaare vorhanden, von denen zur Zeit immer nur ein Paar anliegt. Die einmalige Ladung genügt, um den Wagen 50km vorwärts zu treiben. Da ein solcher Wagen täglich 100km zurückzulegen hat, so genügt eine einmalige Auswechselung der Accumulatoren.

Die Ladung der Accumulatoren wird auf dem Bahnhofe Schürbeck besorgt. Hier ist in einem kleinen angebauten Maschinenhause ein Lilienthal'scher Motor (vgl. 1886 261 * 97) von 10 Pferd an der Wand angebracht; er treibt gegenwärtig eine, später zwei Nebenschluſsmaschinen von Schwerd in Cannstatt. Die Geschwindigkeit wird von einem Tachometer, System Buß, angegeben, während die elektrischen Gröſsen durch Instrumente von Paterson und Cooper, Bréguet, Ayrton und Perry, Hummel stets beobachtet werden können. Diese Instrumente weichen allerdings um 20 bis 30 Proc. von einander ab, wodurch der Werth ihrer Angaben einigermaſsen zweifelhaft erscheint.

Elektricitätsentwickelung beim Abteufen eines Schachtes.

In den heiſsen Tagen vom 5. bis 8. Juni d. J. ist nach den Annales Industrielles, 1886 Bd. 1 S. 738 in einem bereits bis 52m Tiefe in Wasser führenden Schichten abgeteuften Schachte in den Kohlengruben von Perrecy eine sehr starke Elektricitätsentwickelung beobachtet worden. Dieselbe wird daraus erklärt, daſs sowohl der Auspuffdampf, als auch der aus den schlecht gedichteten Dampfzuleitungsrohren ausströmende Kesseldampf Reibungselektricität entwickelte und an die demselben beigemischte Luft abgegeben habe, während die Wasserhaltungspumpen und Röhren bei ihrer guten Verbindung mit der Erde unelektrisch geblieben seien. Da aber bei der groſsen Hitze die Luft nur ungenügend sich erneuerte, trat eine Ausgleichung zwischen der beständigen Elektricitätserzeugung und der schlechten Luftabführung ein und es bildete sich eine feuchte, warme und elektrische Zone in der Nähe der Pumpen.

E. Fischinger's Bogenlampe mit doppelter Bewegung der aufgehängten Kohlenträger.

Emil Fischinger in Chemnitz (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 35390 vom 11. März 1885) hängt in seiner Bogenlampe die beiden innerhalb der 4 Säulen c untergebrachten Kohlenträger an einer Schnur oder Kette einfach (vgl. dagegen 1886 259 311) über eine Rolle und macht den oberen Träger i schwerer als den unteren h; an diesem ist eine Zahnstange angebracht, welche in ein Getriebe n auf der Achse a eines Zahnrades o eingreift; der als Lager für die Achse a dienende Rahmen p ist um die im Gestelle der Lampe festliegende Achse q drehbar und trägt an der Achse x den Kern s eines Differentialsolenoids, auf welchen die Ströme der Haupt- und Nebenspirale und eine den Kern s nach oben ziehende Spiralfeder wirken.

Textabbildung Bd. 262, S. 236
Die Zähne von o fangen sich an einer feststehenden Schneide, bis die Achse a in eine gewisse Höhe gekommen ist. Ist