Text-Bild-Ansicht Band 262

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Aus dem bisher Gesagten geht die Art des Antriebes der Adhäsionsräder sowie der Zahnstangenräder hervor; doch wäre hiermit die Frage der Kuppelung der Zahnräder noch nicht gelöst, da keinerlei Gewähr für das gleichzeitige Eingreifen beider Zahnstangenräder gegeben wäre und bei der geringsten Ungenauigkeit der Theilung immer nur das eine oder das andere Rad arbeiten und somit den doppelten Zahndruck aufnehmen müſste. Daher sind die Zahnstangenräder nicht in unmittelbarer fester Verbindung mit den oberen Hebeln b, sondern in drehbaren Rahmen gelagert, deren obere Enden im Hebelmittel angreifen, während die unteren Enden v durch Kuppelstangen mit zwischengeschaltetem Doppelhebel (vgl. Fig. 7 links) verbunden sind. Durch die drehbaren Rahmen überträgt sich der Zahndruck auf die Kuppelstangen in der Richtung der Pfeile Fig. 7 und bewirkt unter Vermittelung des Doppelhebels bb selbstthätig durch kleine Verschiebung der Zahnräderwellen die gewünschte Gleichmäſsigkeit der Zahndrücke auf beide Räder. Selbstverständlich kann man durch Veränderung der Hebelverhältnisse des Doppelhebels den Druck auf beide Zahnstangenräder nach jedem anderen Verhältnisse vertheilen.

Auf diese Weise arbeiten Adhäsionsräder und die Zahnräder gleichzeitig in der Zahnstangenstrecke, während auf der Adhäsionsstrecke die Zahnstangenräder leer mitlaufen. Um aber auf der Zahnstangenstrecke die Zugwirkung der Adhäsionsräder ganz auszuschalten, will Klose die Reibungsräder durch eine kleine Hebung auſser Berührung mit den Tragrädern bringen. Dies wird erzielt durch die Wellen w (Fig. 6), welche in Ansätzen der Adhäsions-Achslager gelagert sind und mittels Hebedaumen die Lager der Kurbelwelle berühren. Eine geringe Verdrehung der Wellen w mittels der aus Fig. 7 ersichtlichen gekröpften Hebel und Zugstangen bewirkt, daſs das gefederte Maschinengewicht unter Vermittelung der Hebedaumen unmittelbar vom oberen zum unteren Achslager übertragen und auf diese Weise die Verbindung mit den Reibungsrädern ausgelöst wird.

M-M.

Neuere Einschienen-Bahnen.

Mit Abbildungen auf Tafel 31.

Das Bestreben möglichst billiger Herstellung leichter Eisenbahnlinien, besonders wenn dieselben nur vorübergehend betrieben werden sollen, hat schon lange die Idee geweckt, als Fahrbahn nur eine einzige Schiene zu benutzen. Da hierbei vor Allem für die Erzielung der nöthigen Standfestigkeit des Fahrzeuges gesorgt werden muſs, so drücken sich hierin die charakteristischen Unterschiede der verschiedenen Systeme zumeist aus; allen gemeinsam aber ist die Erhöhung der Schienenbahn über den Boden und Unterstützung derselben durch mehr oder weniger hohe Ständer oder Säulen.