Text-Bild-Ansicht Band 261

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Der groſse oder kleine Widerstand der Glühlampen beeinfluſst die ganze Beleuchtungsanlage, die Dynamomaschine, wie die Leitungen. Schwarze, ruſsige Kohlenfäden strahlen bei gegebener Temperatur mehr Wärme aus als solche mit dichter grauer Oberfläche und jene brauchen daher mehr elektrische Energie als letztere, um auf derselben Temperatur erhalten zu werden. Bernstein entnimmt dies seinen Beobachtungen an Glühlampen und Mortimer Evans hat ähnliche Mittheilungen der Royal Society gemacht. Nach Bernsteins Beobachtungen brechen ferner lange und dünne Kohlenfäden, d.h. solche in Lampen mit hohem Widerstände, leichter bei Aenderungen der Stromstärke. Das Auftreten von hellen Flecken in den Fäden deutet auf das Entstehen von Rissen, welche ein frühzeitiges Zerstören des Fadens im Gefolge haben, und dicke Fäden sind dem weniger ausgesetzt. Diese und andere Uebelstände würden also in Glühlampen mit dicken Fäden und demgemäſs niedrigem Widerstände1) minder stark hervortreten.

Textabbildung Bd. 261, S. 24

Bernstein gibt seiner Lampe am liebsten die nebenstehende Anordnung. Die Kugel ist oval; an beiden Enden sind Platindrähte eingeschmolzen; die Glaswand liegt symmetrisch rund um den Faden und springt nicht leicht bei unregelmäſsiger Erhitzung. Die Kohle ist ein gerades Röhrchen (vgl. 1884 252 * 238), befestigt an kurzen, festen Platinstücken, welche durch flache Kupferfedern mit den Platindrähten verbunden sind, so daſs sich die Lampe ohne übermäſsige Beanspruchung der Kohle leicht ausdehnen und zusammenziehen kann. Die Lampe verlangt 9,75 Ampère Stromstärke und besitzt 0,7 Ohm Widerstand; benutzt wird eine Potentialdifferenz von 7 Volt. Den Verlust an Wärme in den Leitern im Inneren der Lampe hat Bernstein auf 0,05 der für den Kohlenfaden erforderlichen Energie herabgebracht.

Recordon's Elektromagnete und deren Anwendungen.

Patentklasse 21. Mit Abbildungen auf Tafel 3.

Die von Ernst Recordon in Genf, Schweiz, vorgeschlagene Form von Elektromagneten (* D. R. P. Nr. 29763 vom 30. November 1883) hat eine gewisse Verwandtschaft mit den Anfang der 50 er Jahre von F. J. Nickles (vgl. 1851 121 1. 1853 129 * 413) angegebenen: Eine von der Drahtrolle B (Fig. 1 Taf. 3) umschlossene Eisenröhre T ist mit Flanschen aus demselben Materiale versehen; eine Abflachung m an jeder Flansche bildet den Pol. An dem einen Pole ist ein vorstehendes Eisenstück E angesetzt, an dem anderen ist mittels eines Gelenkes G der Anker A befestigt.

1)

Die ersten elektrischen Glühlampen, vor mehr als 30 Jahren, waren auch solche mit geringem Widerstande.