Text-Bild-Ansicht Band 261

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des Gegenwinders g zwischen je zwei benachbarten Spindeln kreisförmige Metallscheiben s an, deren Durchmesser nahezu gleich dem Spindelabstande ist und die der Draht im Mittelpunkte durchdringt. Dadurch, daſs die Entfernung zwischen diesen Scheibchen und den Spindelspitzen kleiner ist als die gegenseitige Entfernung der Spindeln selbst, wird der zerrissene Faden durch die Umdrehung der Spindeln gegen diese Scheibchen geworfen und während des Spinnens am Ueberspringen auf die nebenstehenden Spindeln oder Nachbarfäden gehindert.

Zum Schlusse dieses Abschnittes sei noch der auf Fig. 2 und 3 Taf. 4 gezeichnete Spindelantrieb von A. Masson in Paris (* D. R. P. Nr. 21165 vom 23. Juli 1882) erwähnt, der aus einer endlosen Schnur besteht, welche die Spindeltrommel t umschlingt und dann, neben den Spindelrollen s entlang laufend, durch Spannrollen r gegen diese angedrückt wird. Erwähnenswerth ist die achsiale Durchbohrung der Spindelrollen, wie sie Fig. 2 zeigt, welche das Abflieſsen des aus den Lagern des Plattbandes austretenden Oeles entlang der Spindel gestattet.2)

Neuere Dreicylinder-Dampfmaschinen für Volldruck oder Expansion.

Patentklasse 14. Mit Abbildungen auf Tafel 5.

Für kleinere schnell laufende Dampfmaschinen mit mehreren Cylindern ist die gröſstmöglichste Einfachheit der Steuerung als eine Hauptbedingung zu erachten. Man kommt dieser Bedingung nach durch Weglassung aller die Dampfvertheilung bewirkenden Schieber u. dgl., indem man den vom Dampfe bewegten Kolben selbst die Dampfvertheilung überträgt (vgl. Hacdicke 1882 246 * 303). Diese Einrichtung ist auch bei den nachfolgenden Dreicylindermaschinen benutzt, welche sich noch dadurch auszeichnen, daſs, um die Maschinen veränderlichen Leistungen anzupassen, die Einstellung der Dampfvertheilung zur Volldruck- und doppelten bezieh. dreifachen Expansionswirkung in einfacher Weise durch Verdrehung von Hähnen ausgeführt und die Umsteuerung ebenso leicht bewerkstelligt wird.

Bei der Dreicylinder-Dampfmaschine von Max J. Heinzmann in Dresden (* D. R. P. Nr. 34595 vom 25. Juni 1885), bei welcher Hohlkolben mit Doppelkammern die Dampfvertheilung übernehmen, ergeben die unter 120° zu einander versetzten drei Kurbeln einen Voreilungswinkel von 30°. Bei einem der Maschine entsprechenden linearen Voreilen erhält jeder Cylinder 0,8 Füllung, welche genügend groſs ist, die

2)

Auf der Industrieausstellung zu Rouen 1884 hatten Flecheux und Jantot in Rouen einen Selfactor für Streichgarn, mit diesem Spindelantriebe ausgerüstet, im Betriebe vorgeführt.