Text-Bild-Ansicht Band 261

Bild:
<< vorherige Seite

der Schienenebene Hegt, so daſs also Stromverluste vermieden werden, welche bei tief liegenden Elektromotoren bei Regenwetter mitunter vorkommen.

Niles' Abdreh- und Bohrmaschine mit wagerecht liegender Planscheibe.

Mit Abbildungen.

Bei den gewöhnlichen Drehbänken mit frei hängender Planscheibe für groſse Werkstücke ist, wie sich aus dem Kräfteplane Fig. 1 ergibt, die Belastung der Achslager eine sehr ungünstige. Der Druck im Vorderlager P1 ist gleich G + P2 und, wenn das Mittel des Vorderlagers als Drehpunkt der statischen Momente angenommen wird, P2 l2 = Gl1 oder P2 = G (l1 : l2) und folglich P1 = G [1 + (l1 : 12)]. Da hierin l2 der Hebelarm des Schwerpunktes der Gewichte von Werkstück und Planscheibe zusammengenommen ist, so erhellt, welchen Einfluſs die Höhe des Werkstückes auf die Lagerdrücke haben kann. Nicht nur, daſs mit Rücksicht auf die Festigkeit die Achse im Vorderlager sehr stark wird, so wechseln in letzterem auch die Reibungswiderstände bedeutend. Bei einer in der Mitte zwischen den Lagern belasteten Achse ist die Wirkung der Reibungswiderstände E = fGv, worin f den Reibungscoefficienten und v die Umfangsgeschwindigkeit der gleichen Zapfen bedeuten. Für die einseitig belastete Drehbankachse Fig. 1 wird E = fP1 v1 + fP2 v2, entsprechend den verschiedenen Lagerdrücken und Umfangsgeschwindigkeiten der Lagerzapfen. Ist nun z.B. v1 = 3 v2 oder allgemein = 3 v, so ergibt sich mit Einsetzung der obigen Werthe für P1 und P2 die Wirkung der Zapfenreibungswiderstände E = fG [3 + 4 (l1 : l2)] v und, wenn (l1 : l2) = ¼ angenommen wird, E = 4 fGv. Unter diesen Annahmen ist also die Wirkung der Reibungswiderstände in den Lagern bei einer Kopfdrehbank 4 mal so groſs als bei einer gleichbelasteten doppelseitig gelagerten Achse.

Fig. 1., Bd. 261, S. 67

Die einseitige Belastung bei Kopfdrehbänken ruft ferner ein Drehmoment hervor, welches die ganze Maschine um die untere vordere Kante des Spindelstockes zu kippen sucht, wenn nicht die angehängte Untermauerung entgegenwirkt, und die Abnutzungen der Lagerschalen veranlassen ein Schieſstellen der Planscheibe. Die Festlage kann durch eine um das Werkstück reichende, jedoch die Bedienung erschwerende Bettplatte, welche Werkzeug und Achslager zu einem Ganzen vereinigt, nicht wesentlich erhöht werden, weshalb man sich auf die Untermauerungen verlassen muſs, was bei Werkstücken von groſsem Durchmesser allerdings von fraglicherem Werthe ist. Es ist deshalb die Anordnung