Text-Bild-Ansicht Band 261

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und die Einnahme einer Zwischenstellung, je nachdem die Stärke der Telegraphirbatterie im gebenden Amte eine Abstufung der Empfindlichkeit des Empfängers erwünscht erscheinen läſst. Eine weitere Neuerung besteht darin, daſs der Anker U auf der Schreibwelle n nicht mittels eines durchgesteckten Stiftes befestigt, sondern beweglich angebracht wird: das Einstellen desselben in die genaue Mittellage erfolgt dabei durch zwei Anschlagschrauben, zwischen denen die Zunge U spielt. Der Schlitten U1 und dessen Stellvorrichtung fallen bei dieser Anordnung fort.

Der zum Apparatsysteme gehörige Sender, ein Doppeltaster, ist in Fig. 11 bis 16 in verschiedenen Ansichten und Sellungen, z. Th. im Schnitte dargestellt. Die beiden Hebel A und A1 des Doppeltasters sind durch eine Ebonitzwischenlage in zwei gegen einander isolirte Theile getrennt. Der Stromlauf ist leicht zu verfolgen, wenn man sich mit dem Säulchen H1 den Empfangsapparat, mit den Contacten G bezieh. G1 und den Federn d1 bezieh. d den Zink- bezieh. Kupferpol der Batterie, mit der Feder J am Säulchen D die Erde und mit dem Lagerbocke B der beiden Tastenhebel die Telegraphenleitung verbunden denkt. Es wird dann nämlich beim Drucke des linken Tasterhebels A1 die mit der Leitung verbundene wagerechte Blattfeder H durch den am isolirten vorderen Ende des Hebels angebrachten Stift h1 von dem Säulchen H1 abgehoben und Kupferstrom in die Leitung geschickt, während gleichzeitig der Zinkpol der Batterie an Erde gelegt wird. Umgekehrt tritt beim Drucke des rechten Tasterhebels Zinkstrom in die Leitung, während der Kupferpol an Erde gelegt wird. Der aus der Leitung ankommende Strom geht über die wagerechte Blattfeder H und das Contactsäulchen H1 zum Empfangsapparate bezieh. zum Läutewerk und zur Erde. Dem Sender ist eine Entladungsvorrichtung beigegeben, deren Einrichtung in Fig. 13 erkennkar ist. Gegen das in die Schraube i1 eingedrehte Schräubchen drückt die lothrechte Blattfeder J, welche mittels i1 beliebig vor- und zurückgestellt werden kann; die Vertikalfeder trägt bei i eine kleine Nase aus Platin, welche dazu bestimmt ist, mit der wagerechten, mit der Leitung verbundenen Blattfeder H bei deren Aufwärtsbewegung sowie beim Niedergange einen Erdcontact zu bilden. Beim Einstellen der Entladungsvorrichtung ist zu beachten, daſs, wenn die Vertikalfeder I zu weit vorgestellt ist, die Horizontalfeder H an der Nase angehalten werden kann, wodurch dann ihr Zurückgehen in die Ruhelage und die derselben entsprechende Verbindung mit dem Empfangsapparate verzögert wird.

Die im J. 1884 für Rechnung und nach den Angaben der Reichs-Telegraphenverwaltung bei den Gebrüder Naglo in Berlin erbauten 100 Empfangsapparate des Systemes Estienne sind, abweichend von dem Modelle des Erfinders, unter thunlichster Anpassung an den Morse-Normalfarbschreiber ausgeführt worden. Ebenso zeigt das vom Reichs-Postamte angenommene Modell des Senders gegenüber dem durch Postel-Vinay