Text-Bild-Ansicht Band 261

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des auf sie drückenden Fingers mit erhöhten Rändern versehen worden, was der in Fig. 19 dargestellte Schnitt nach der Linie I-II in Fig. 18 deutlich sehen läſst.

Die Leistungsfähigheit des neuen Systemes ist vor der Einführung desselben auf ober- und unterirdischen Leitungen zwischen Berlin und Leipzig, sowie auf unterirdischen Leitungen zwischen Berlin und Frankfurt a. Main erprobt worden. Auch zwischen Berlin und Karlsruhe (Baden) sind Apparate Estienne'scher Lieferung unter Benutzung einer in Cassel eingerichteten Uebertragung mit bestem Erfolg in Betrieb gesetzt worden. Mit Apparaten deutscher Bauart hat sogar in letzter Zeit auf der rund 600km langen unterirdischen Linie von Berlin nach Köln (Rhein) ein sicherer Verkehr ohne Uebertragung bezieh. Relais stattgefunden.

Die Uebertragung ist nach dem Archiv für Post und Telegraphier 1885 * S. 495 nach dem Vorschlage des Telegraphendirektors Pröll in Berlin nach der Schaltungsskizze Fig. 20 unter Verwendung von je 2 Relais R1 und R3 bezieh. R2 und R4 durchgeführt worden; sie fällt übrigens wesentlich zusammen mit der von E. Matzenauer bereits im August 1847 erdachten, in der Zeitschrift des Oesterreichischen Ingenieurvereins, 1851 S. 28 und 63 bezieh. 1863 S. 139 besprochenen Uebertragung für die damals in Oesterreich in Gebrauch befindlichen Bain'schen Nadeltelegraphen, die ja ebenfalls mit Arbeitströmungen von zwei verschiedenen Richtungen betrieben wurden. Von den paarweise hinter einander geschalteten vier polarisirten (Hughes-) Relais sprechen R1 und R2 auf positive, R3 und R4 auf negative, aus L2 bezieh. L1 ankommende und über d2, i2, e2 bezieh. d1, i1, e1 zur Erde E gehende Telegraphirströme an und geben dabei in bekannter, aus der Figur leicht ersichtlicher Weise zugleich die positiven Ströme der Batterie + B bezieh. die negativen der Batterie –B in die Leitung L1 bezieh. L2 weiter.

Fig. 20., Bd. 261, S. 118

Natürlich würden sich an Stelle der vier polarisirten Relais auch zwei Estienne'sche Apparate selbst als Uebertrager benutzen lassen und zwar läſst sich die Uebertragung mittels derselben ebenso wohl bei Verwendung zweier getrennter und mit dem einen Pole (wie +B und –B in der obigen Skizze) an Erde gelegten Linienbatterien durchführen wie mit einer einzigen Batterie, wie dies E. Zetzsche in der Elektrotechnischen Zeitschrift, 1886 * S. 112 eingehender aus einander gesetzt hat.