Text-Bild-Ansicht Band 261

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auch noch nicht berücksichtigen kann. Auch bei Kupfer und Blei zeigte sich nach Einwirkung des Schwefelnatriums die Oberfläche des Metalles mit Schwefelmetall bedeckt. Der Gewichtsverlust der Metalle betrug für je 1qdm Oberfläche in Gramm:


Metall
102,5 g NaOH 205 g NaOH 510 g NaOH 4,4 bez. 3,35 g 100 g Na2SO4
7 Tage
bei 20°
2 St.
bei 100°
7 Tage
bei 20°
2 St.
bei 100°
7 Tage
bei 20°
2 St.
bei 100°
7 Tage
bei 20°
2 St.
bei 100°
7 Tage
bei 20°
2 St.
bei 100°
Guſseisen 0,0006 0,0006 0,0006 0,0032 0,0025 0,0178 0,971 0,784 0,0101 0,0318
Schmiedeisen 0,0077 0,0006 0,0090 0,0025 0,0080 0,0038 0,371 0,227 0,0515 0,0028
Kupfer 0,0024 0,0192 0,0189 0,0159 0,0172 0,0172 0,06217 0,0059 0,0012
Blei 0,2957 0,1489 0,0560 0,0375 0,0304 0,0333 0,0082 0,0170 0,0076 0,0058

Hiernach wirkt Aetznatron auf Eisen bei 15° und 100° wenig ein, mehr auf Kupfer und Blei, welches dagegen von Schwefelnatrium fast gar nicht angegriffen wird.

W. Venator (Chemikerzeitung, 1886 S. 319) prüfte das Verhallen der Metalle gegen Natronlauge. Eine starke Einwirkung der Lauge findet statt auf Eisen, Stahl und Blei, während Messing, Phosphorbronze, Nickel und die Legirungen von Kupfer, Zinn, Zink, Blei und Nickel wenig oder gar nicht angegriffen werden. Kupfer wird so wenig angegriffen, daſs Honigmann seine Natron-Dampfkessel, soweit sie mit Natron in Berührung kommen, aus Kupfer herstellt. Bemerkenswerth ist, daſs ein Theil des Eisens bei der Behandlung mit Natronlauge als Oxydul in Lösung geht und durch Verdünnen mit Wasser als Oxyd ausgeschieden wird. Die smaragdgrüne Lösung hält sich jedoch wochenlang an der Luft, ohne daſs eine Oxydation eintritt. Erhöht man aber die Concentration der Lösung durch Eindampfen, so scheidet sich das Eisen nach und nach als Oxydhydrat aus. Aus diesem Grunde zeigt auch das schmelzende Aetznatron nach der Einwirkung auf Eisen niemals die grüne Farbe, sondern ist braun von ausgeschiedenem Eisenoxyd.

Die Nebenbestandtheile des Eisens gehen zum Theile in die Lauge über; so konnte man die Anwesenheit von Phosphor bezieh. Phosphorsäure in der Lauge nachweisen. Das Mangan scheidet sich als Manganoxyd ab; ein Theil wird vielleicht zu Mangansäure oxydirt. Der Kohlenstoff wird zum gröſsten Theile oxydirt.

Sämmtliche Eisenstücke entwickelten Wasserstoff, was besonders deutlich bei ganz dünnen Stahlblechen zu beobachten war. Bei einigen Versuchen mit Guſseisen war dasselbe nach der Einwirkung mit einer schwarzen, sammetglänzenden Haut bedeckt, deren Analyse jedoch, der geringen Menge wegen, unausführbar war. Dieselbe scheint aus Graphit zu bestehen. Bei Messing erstreckt sich die Einwirkung fast nur auf das Zink und Blei. Das Zink wird aufgelöst und es bleibt eine kupferne Oberfläche zurück, so daſs eine der Lauge ausgesetzte Messingplatte nach der Einwirkung das Aussehen einer Kupferplatte erhält. Die erste Einwirkung auf das Messing ist die stärkste; allmählich läſst dieselbe mehr und mehr nach. Die Gröſse der Einwirkung richtet sich