Text-Bild-Ansicht Band 261

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nach dem Gehalte des Messings an Zink. So hat auch Honigmann durch Versuche im Groſsen bestätigt, daſs Messing mit hohem Kupfergehalte (etwa 80 Proc.) fast gar nicht angegriffen wird. (Vgl. Honigmann 1885 256 2. 257 211.)

Natriumbicarbonat enthält nach E. Mylius (Pharmaceulische Centralhalle, 1886 S. 268) häufig Arsen und namentlich Natriumthiosulfat. In Folge dessen schmeckt damit hergestelltes Brausewasser nach Schwefelwasserstoff. Zur Nachweisung dieser Verunreinigung übersättigt man mit verdünnter Schwefelsäure, setzt von Arsen freies Zink hinzu und prüft mit Bleipapier auf Schwefelwasserstoff.

Die Arsenprobe der Pharmacopöe soll so ausgeführt werden, daſs der zu untersuchenden Flüssigkeit in einem Probeglase Jodlösung bis zur Gelbfärbung zugesetzt wird (damit Sulfite in Sulfate verwandelt und dadurch verhindert werden, durch Schwefelwasserstoffbildung einen Irrthum hervorzurufen) und daſs man diese oxydirte Lösung zur Wasserstoffentwickelung mittels Säure und Zink bringt. Entsteht nun auf dem gleichzeitig über das Probeglas gedeckten, mit Silbernitratlösung betupften Papiere eine Schwarzfärbung des Silbernitrates, so wird angenommen, Arsen Wasserstoff habe diese Schwärzung bewirkt. Allein dies kann trotz Jodzusatzes doch auch Schwefelwasserstoff bewirkt haben, wenn Thiosulfat vorhanden war. Denn wenn auch Sulfite durch Jod zu Sulfaten oxydirt werden, so bildet sich aus der Thioschwefelsäure doch unter denselben Umständen nur Tetrathionsäure; diese aber wird durch Zink und Säure sogleich wieder in Thioschwefelsäure und letztere zu Schwefelwasserstoff reducirt, welcher dann eine Schwärzung des Silbernitrates bewirken muſs, auch wenn Arsen nicht vorhanden war. Will man diesen Zweifel vermeiden, dann muſs man an Stelle der Jodlösung zur Oxydation Kaliumpermanganat anwenden, wodurch Thioschwefelsäure oxydirt wird.

R. Kissling (Chemische Industrie, 1886 S. 137) prüfte den Einfluſs des Arsengehaltes auf das Volumengewicht der gewöhnlichen Schwefelsäure. Das Volumengewicht wurde bei 15° bestimmt, auf Wasser von 4° und den luftleeren Raum berechnet. Schwefelsäuren aus zwei Fabriken gaben folgende Zahlen:


Vol.-Gew. bei
15°
Gehalt an
H2SO4
Proc.
Gehalt an
AS2O3
Proc.

Vol.-Gew. bei
15°
Gehalt an
H2SO4
Proc.
Gehalt an
AS2O3
Proc.
1,8377 0,137 1,8367 93,82 0,024
1,8387 0,137 1,8372 93,67 0,035
1,8393 92,87 0,192 1,8373 93,72 0,028
1,8409 93,28 0,258 1,8384 93,72 0,037
1,8412 94,25 0,219 1,8386 93,96 0,037
1,8413 93,60 0,254 1,8388 94,04 0,039
1,8414 93,93 0,231
1,8415 93,77 0,231

Verglichen mit den von Lunge und Naef (1883 248 91) für reine Säure