Text-Bild-Ansicht Band 261

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gefundenen Zahlen ergaben sich bei Annahme eines Volumengewichtes von 3,7 für Arsenigsäure noch kleinere Werthe, als gefunden wurden.

Eine Säure von 1,841 sp. G. löste 0,019 bis 0,022 Proc. schwefelsaures Blei, so daſs auch ein Bleigehalt einen Einfluſs auf die vierte Decimale ausüben wird.

Zur Gewinnung von Schwefel aus gebrauchter Gasreinigungsmasse u. dgl. wird dieselbe nach J. Robinson in Widnes (Englisches Patent 1885 Nr. 497) mit Sodarückstand und den sogen. gelben Laugen des Mond'schen Verfahrens gemischt und erwärmt. Ist die Lösung mit Schwefel gesättigt, so wird durch Zusatz überblasener Lauge oder durch Lufteinblasen so weit oxydirt, daſs bei der folgenden Fällung mit Salzsäure weder Schwefelwasserstoff, noch Schwefligsäure entweicht. Enthalten die fraglichen Massen Arsen, so wird dieser durch vorherige Behandlung mit wenig gelber Lauge ausgezogen. Arsen kann auch dadurch beseitigt werden, daſs die Laugen unvollständig mit Salzsäure zersetzt werden, so daſs Arsen in Lösung bleibt.

Nach F. S. Newhall in Washington (Englisches Patent 1885 Nr. 3933) werden die mit Wasser angerührten frischen Sodarückstände mit Schwefelwasserstoff behandelt, die erhaltenen Laugen mit einem Gemische von Calcium- und Magnesiumchlorid. Der entweichende Schwefelwasserstoff soll in entsprechender Weise verwerthet werden, während die in der Lauge schwebende Magnesia zur Herstellung basischer Steine dienen soll.

Eine neue Methode zur Unterscheidung der Pflanzen- von der Thierfaser; von Dr. Hans Molisch.

Die Chemiker haben sich seit Langem vielfach bemüht, Mittel ausfindig zu machen, um rasch zu entscheiden, ob eine Faser thierischer oder pflanzlicher Abkunft ist. Die Art und Weise, wie die Faser beim Verbrennen riecht, verkohlt und verascht, das Verhalten der Faser gegen sine bestimmt concentrirte Aetzkalilösung, gegen Salpetersäure, Kupferoxydammoniak, gegen ein Gemisch von Schwefelsäure und concentrirter Salpetersäure u. dgl. werden mit Vorliebe zu dem genannten Zwecke als Erkennungsmittel benutzt.

Der Chemiker weiſs zwar, daſs jedes dieser Mittel für sich angewendet, keine Sicherheit gewährt und daſs immer mehrere von diesen Reactionen ausgeführt werden müssen, wenn man zu einem halbwegs sicheren Schlusse gelangen will. Nichts desto weniger greift er doch gern zu diesem Auskunftsmittel, da er das Mikroskop gewöhnlich nicht zu handhaben versteht. Im Gegensatze zu dem geübten Mikroskopiker, der durch einen einzigen Blick ins Mikroskop die Entscheidung zu treffen vermag, ist der Chemiker aus dem angeführten Grunde auf derlei Reactionen förmlich angewiesen. Dieser Umstand, sowie die anerkannte