Text-Bild-Ansicht Band 261

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so schwierig oder theuer, daſs sie nicht in der Technik schon längst hätte eingeführt werden können (vgl. 1877 223 323). Sämmtliche Aluminiumlegirungen haben aber den Fehler, daſs deren Oberflächen sehr rasch einer leichten Oxydation ausgesetzt sind. Ueber die Eigenschaften der Aluminiumbronze und deren Bedeutung für die Technik brauchen wir nicht mehr von den Amerikanern belehrt zu werden; diese sind von Deville, Wähler, Mourey, Christofle u.a. ausführlich beschrieben. Es sind mehrere Hundert von Legirungen genauer studirt und Deville hatte im Auftrage seiner Regierung in Nanterre bei Paris und dann in Salgudres mit groſsen Mitteln gearbeitet und alles Mögliche versucht, um dem Aluminium und der Aluminiumbronze Eingang in die Technik zu verschaffen. Die Versuche und Bestrebungen scheiterten nicht an dem hohen Preise des Aluminiums, sondern an den Eigenschaften (vgl. 1856 141 447). Reines Aluminium oxydirt rascher als Zink und erscheint daher weniger werthvoll als dieses. Martins glaubt, daſs man mit dem bisher angewendeten alten Verfahren billiger Aluminium herstellen könne als mit dem Cowles'schen. Der bisherige hohe Preis des Aluminiums komme lediglich daher, daſs bisher keine Nachfrage dafür vorliege.

Nach W. Siemens (daselbst S. 152) hat das Aluminium die werthvolle Eigenschaft, daſs sich sofort auf der Oberfläche eine festhaftende durchsichtige Haut von Thonerde bildet, welche nun das Metall schützt. Auch ein frisch polirtes Stück Aluminiumbronze nimmt sogleich einen goldigen Hauch an in Folge der dünnen Schicht von Aluminiumoxyd, die sich auf ihr ablagert. Dieses goldähnliche Ansehen und der Schutz gegen fortschreitende Oxydation, welchen die Thonhaut gewährt, geben der Aluminiumbronze neben ihrer groſsen Festigkeit und Dichtigkeit besonderen Werth.

Es liegt in der Thonerdeschicht in der That ein groſses Schutzmittel gegen fortschreitende Oxydation, namentlich wenn keine häufige Putzung stattfindet. Putzt man nicht oft, so ist der Thonerdeüberzug ein viel besseres und edleres Schutzmittel gegen Oxydation, als ein Zink- oder Zinnüberzug. Aluminium sieht besser aus als dieser und hält sich auch in feuchter Luft, wenn man den Ueberzug nicht zu häufig beschädigt, während Nickel in feuchter Luft ziemlich rasch oxydirt.

Ein früheres Verfahren zur Herstellung von Aluminiumbronze bestand darin, daſs man Thonerde mit Kohlenpulver und gekörntem Kupfer in einem Tiegel einer sehr hohen Hitze aussetzt. Es trat dann eine Verbindung zwischen Kupfer und Aluminium ein, es entstand also Aluminiumbronze. Ohne Gegenwart von Kupfer reducirte die Kohle die Thonerde nicht. Siemens glaubt daher auch, Cowles wird nicht reines Aluminium herstellen können; denn es ist zur Reduction die Doppelverwandtschaft Kupfer-Aluminium und Kohle-Sauerstoff erforderlich, so daſs diese drei Stoffe zusammen gehören und die Herstellung von reinem Aluminium mit diesem Verfahren unwahrscheinlich ist.