Text-Bild-Ansicht Band 261

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Für die Herstellung würde der Siemens'sche Schmelzofen (1882 246 * 462) besser sein als der von Cowles. (Vgl. G. A. Pichon 1854 131 * 415. F. Fischer 1884 251 423.)

Kosmann (daselbst S. 132) empfiehlt das Verfahren von Saltery (1885 257 119) zur Herstellung von Kohlen- und Erzsteinen mittels Melasse. Hiernach genügen 1 bis 1,5 Proc. Melasse, um staubförmige Kohlen zu Steinen formen zu können. In dieser Weise aus mageren oberschlesischen Kohlen hergestellte Steine lieferten feste Koke. Ferner sollen sich derartige Kohlensteine vortheilhaft zur Herstellung von Leuchtgas verwenden lassen. Unter den Erzen sind es vorzugsweise die mulmigen weicheren Erze, wie Magneteisenerze und Kiesabbrände, welche wegen des höheren Metallwerthes die Kosten der Verfestigung zu tragen vermögen; ferner die feinen Schlieche und Schlämme aus der Aufbereitung der Bleierze, die Flugstaubproducte, deren Verfrischung durch das feste Einbinden in günstigster Weise ermöglicht wird.

Zur unmittelbaren Herstellung von Eisen und Stahl aus mit Melasse geformten pulverigen Eisenerzen sollen Ofenkammern verwendet werden, welche abwechselnd denjenigen eines Kokesofens eingereiht werden, so daſs zur Seite jeder Reductionskammer sich mehrere Verkokungskammern befinden, deren reducirende Gase in die Erzbeschickung hineingeleitet werden. Da die Kokeskammer, z.B. eines Coppée'schen Ofens, 3t Kohlenbeschickung faſst, so kann dieselbe 5 mal kleiner sein, um dieselbe Menge Eisenerz aufzunehmen; bei einem Metallgehalte der Kiesabbrände oder Magneteisenerze von 65 bis 70 Proc. liefert die Beschickung von 3t Erz etwa 2t Eisen. Da bei der leicht erfolgenden Reduction die Ladung in 4 Stunden mit Einsetzen und Ausdrücken erledigt wird, so erfolgen in 24 Stunden 6 Ladungen mit 12t Ausbringen, so daſs 3 solcher Kammern eine Tagesleistung geben würden, welche derjenigen eines oberschlesischen Hochofens gleichkommt. Die aus der Reductionskammer herausgezogene Eisenluppe bedarf nur des Ausdrückens und Ausschmiedens unter dem Hammer zur Entfernung der Schlacken, worauf die Luppe, abermals erwärmt, zu Rohschienen gestreckt werden kann, um dann für den Zusatz im Siemens-Martin-Ofen oder im Tiegel ein ausgezeichnetes Material für Stahlbereitung zu gewähren, wie Kosmann meint.

Bei der hüttenmännischen Verwerthung der Schwefelkiesabbrände ist namentlich auf die Beseitigung des Zinkes zu achten, weil durch die Verflüchtigung desselben viel Wärme gebunden wird, so daſs Rohgang eintreten kann und andererseits der Zinkstaub die Verwerthung der Hochofengase erschwert. Die Schwefelkiese des Siegener Landes (Grevenbrück und Meggen) sowie die Oberschlesiens können nach Kosmann (Chemikerzeitung, 1886 S. 673 und 762) bei der Aufbereitung nicht ganz von ihrem Zinkgehalte befreit werden. Wesentlich dasselbe gilt von den Schwefelkiesen der Aachener Blei- und Zinkformation, Breinigerberg, Diepenlinchen, Welckenrädt, nur daſs die Beschaffenheit der Blende