Text-Bild-Ansicht Band 261

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dort eine bessere Trennung von den Kiesen ermöglicht. Im Uebrigen sind die Siegener Kiese Pyrite, diejenigen Oberschlesiens und der Aachener Erzlager Markasite. Für die Abnahmen der oberschlesischen Kiese von der Ida- und Marienhütte bei Saarau gilt ein Zinkgehalt von 14 Proc. als der höchst erlaubte, bei welchem der Schwefelgehalt des Schwefelkieses voll bezahlt wird; über den Zinkgehalt von 14 Proc. hinaus wird für jedes Procent Zink 1 Proc. Schwefel in Gegenrechnung und Abzug gebracht.

Es ist nun bekannt, daſs die Zinkblende für die Abröstung in ruhender Post das ungünstigste Material abgibt. Nicht nur, daſs selbst bei Kirschrothglut Zinksulfat nicht zersetzt wird, welches beträchtliche Schwefel mengen zurückhält, so ist es noch mehr das basische Zinksulfat, welches in sogen. Kilns oder Maletra'schen Oefen jeder Zersetzung widersteht. Die Halden bedecken sich nach einiger Zeit mit weiſsen Krusten aus basischem Zinksulfat nebst zurückgebildeter Zinkblende. Dieses mehr oder weniger fein durch die Masse der Abbrände vertheilte Zinksulfid ist es, welches die Ausgewinnung des Zinkes sowohl durch einfache Auslaugung, als auch durch die Behandlung mit Ammoniumcarbonat vereitelt. Einigermaſsen wird die Auslaugung befördert, wenn die mit Wasser übergossenen Abbrände längere Zeit erwärmt werden, was im Groſsen durch Einleiten von Dampf zu bewirken ist. In Folge der Erwärmung wird neben der Abscheidung von Gyps das Ferridsulfat zersetzt, Eisenoxydhydrat ausgeschieden und eine äquivalente Menge von Schwefelsäure frei. Es hängt von dem Grade der Abröstung ab, inwieweit auf diese Weise freie Schwefelsäure entstehen kann, welche nun auf Zinksulfid lösend zu wirken im Stande ist. Indessen dürfte diese Art der Zinkgewinnung, so einfach sie erscheint, wegen der damit verbundenen Zinkverluste und weil sie für die Darstellung reinerer Zinkpräparate die vorausgehende Reinigung von Eisen verlangt, nicht eben die vortheilhafteste sein.

Bei der Behandlung mit neutralem Ammoniumcarbonat wird das basische Zinksulfat völlig zersetzt und gelöst, nicht aber das Schwefelzink. Da aber hierbei Ammoniumsulfat gebildet wird, so müſste vor der Entzinkung mit neutralem Ammoniumcarbonat eine abermalige Abröstung der Abbrände im Flammofen, mit oder ohne Zusatz von Kohlenpulver vorausgehen. In der reichlichen Gegenwart von Eisenoxyd würde eine völlige Zersetzung des basischen Zinksulfates und die Austreibung der Schwefelsäure, ebenso wie eine Abröstung noch vorhandenen Zinksulfides erzielt werden. Es würde sich dann allerdings noch immer fragen, ob der Gehalt von 12 bis 14 Proc. Zink hinreichend sei, um dieses Verfahren zur Anwendung bringen zu können, gegenüber den groſsen Massen von Eisenoxyd, welche dem Aussüſsen der ammoniakalischen Lösung und dem Ausdämpfen zur Gewinnung des zurückbleibenden Ammoniaks erhebliche Schwierigkeiten und Kosten entgegensetzen würden.