Text-Bild-Ansicht Band 261

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Von den deutschen Eisenhütten ist bis jetzt nur auf der Königshütte in Oberschlesien eine Laugereianlage zur Verwerthung auch der Zink haltigen Abbrände (neben denjenigen von Abbränden der Riotinto-Kiese) ausgeführt worden. Daselbst werden die Abbrände einer chlorirenden Röstung durch Zusatz von Kochsalz unterworfen, wodurch Natriumsulfat entsteht, da man vor allen Dingen sucht, von Schwefel freie Rückstände des Eisens zu erhalten. Das in der Sulfatlauge enthaltene Zinksulfat wird durch Auskrystallisiren als Vitriol gewonnen, wie auch das Natriumsulfat nach genügender Anreicherung der Laugen zur Verwerthung gelangt. Ob dieses Verfahren der Verarbeitung der Kiesabbrände in der That vortheilhaft sich erweist, ist bisher nicht bekannt geworden.

Kosmann untersuchte ferner Rohzink, welches durch Zusammenschmelzen von Zinkabfällen erhalten war. Dasselbe hatte folgende Zusammensetzung:

Thallium 1,40 Proc.
Blei 7,32
Cadmium 0,99
Arsen 7,19
Eisen 2,00
Mangan 0,27
Aluminium 0,86
Zink 73,83

R. Conley in Brooklyn (Nordamerikanisches Patent Nr. 314113) will pulverige Eisenerze mit 5 Proc. Pech heiſs zu Ziegeln pressen, um sie dann zu reduciren.

Zur Verhinderung des Steigens beim Umschmelzen des Garkupfers mischt W. R. Walton in Ansonia (D. R. P. Nr. 35945 vom 19. August 1885) 4k Zink als Carbonat oder Oxyd mit 36l Kohlenpulver und stellt daraus 24 Kugeln her. Diese Kugeln sollen nun auf das geschmolzene Kupfer geworfen werden, damit dieselben aus einander fallen und den atmosphärischen Sauerstoff von der Oberfläche des Kupfers abhalten.

Ueber Wasserreinigung durch Filtration.

A. G. Salamon und V. de Vere Mathew machen im Journal of the Society of Chemical Industry, 1886 S. 261 Mittheilungen über die chemische und bakteriologische Reinigung von Wasser durch verschiedene Filtrirmaterialien. P. Frankland (vgl. 1886 260 94) glaubte aus seinen Versuchen den Schluſs ziehen zu müssen, daſs verschiedene Filtrirstoffe auf mechanische Weise aus Wasser Mikroorganismen zurückhalten, ohne daſs dabei die chemische Zusammensetzung des Wassers geändert wird. Eine solche mechanische Reinigung des Wassers von Organismen wäre nach Salamon und Mathew's Ansicht nicht genügend, da in diesem Falle die Nährstoffe der Organismen im Wasser zurückbleiben würden. Die chemische Wasserreinigung durch Filtration beruht namentlich auf zwei