Text-Bild-Ansicht Band 261

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Damit bei einem Reiſsen des die Regulatorspindel treibenden Riemens oder bei einem Bruche in dem dieselbe bewegenden Getriebe der Centrifugalregulator sofort das Drosselventil schlieſst und diese Wirkung nicht durch Reibung in Stopfbüchsen und zahlreichen Gelenken gehemmt wird, legt Mac Farlane nach Engineering, 1885 Bd. 40 * S. 514 den Regulator in die Dampfleitung. Fig. 8 Taf. 12 zeigt eine diesbezügliche, von Mathew Taylor Brown in Glasgow in den Handel gebrachte Anordnung. Die Schwunggewichte A bewegen sich in dem Gehäuse B, durch welches der Dampf zur Maschine strömt. Die treibende Riemenscheibe X bewegt die hohle Welle I, welche mit Armen versehen ist, in denen die Gelenkachsen E liegen. Die Schwunggewichte A gehen in Winkelhebel über, deren andere Enden den Muff F und damit die kurze Stange G des Drosselventiles bewegen. Dem Ausfliegen der Schwunggewichte wirkt die Feder H entgegen. Das Drosselventil bewegt sich als Cylinderschieber C in der Glocke L des Absperrventiles K, dessen von Hand bewirkte Einstellung durch den Zeiger R an dem mit Marken versehenen Umfange des Handrades Q angegeben wird. Die Cylindertheile C und L sind mit ringsum laufenden Löchern versehen, welche je nach der Stellung der Schwungkugeln sich mehr oder weniger decken, also den durchströmenden Dampf mehr oder weniger drosseln. Das Absperrventil K darf bei dieser Vorrichtung sich nur in den Endlagen befinden, wobei es also entweder geschlossen, oder vollständig geöffnet ist.

R. Proell in Dresden hat für seinen Centrifugalregulator, welcher die Aufgabe hat, die Voreilung und den Hub eines Schieberexcenters zu verstellen, eine weitere Verbesserung (* D. R. P. Nr. 33338 vom 8. März 1885, II. Zusatz zu * Nr. 29730, vgl. 1885 256 * 14. 1886 259 435) angegeben. Im Hauptpatente ist die Anordnung derart, daſs bei der Verstellung des Excenters nach beiden Richtungen hin die Centralcurve im Zeuner'schen Diagramm eine archimedische Spirale wird. Bei der neuen Excenterverstellung ist diese durch einen Kreisbogen ersetzt, indem mit der Schwungrad welle ein Excenter fest verbunden und um dieses ein zweites Excenter, welches die Schieberbewegung bewirkt, drehbar ist und durch den Ausschlag der Schwungkugeln verstellt wird. (Vgl. hierzu die a. f. S. beschriebene Einrichtung von Heslop.)

Für schnell laufende Dampfmaschinen ist ein von Arth. Mehlhorn in Dresden (* D. R. P. Kl. 14 Nr. 33215 vom 23. April 1885) angebener Centrifugalregulator bestimmt, welcher wie der Regulator von Lecouteux und Garnier (vgl. 1886 259 * 436) im Schwungrade der Dampfmaschine untergebracht ist und unmittelbar das Schieber excenter nach Hub und Voreilung verstellt. An dem mit einem Schlitzloche versehenen Excenter E (Fig. 3 Taf. 12) sind zwei gegenüber stehende Stangen s befestigt, welche am Kranze des Schwungrades geführt werden. Auf der einen Stange s sitzt die Schwungkugel G, auf die andere Stange s ist die Feder F aufgeschoben, welche der Centrifugalkraft der ersteren entgegenwirkt. Die