Text-Bild-Ansicht Band 261

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Nr. 33462 vom 3. Januar 1885) vorgeschlagene Neuerung an Regelungsvorrichtungen, welche durch den elektrischen Strom einer Dynamomaschine in Thätigkeit gesetzt werden, betrifft die Construction des Drosselventiles. Der Regulator besteht aus einem Solenoid, durch dessen Windungen der elektrische Strom flieſst. Das Solenoid steuert das Drosselventil, welches die Form eines Doppelkolbenschiebers besitzt. Der Dampf kann durch das Schiebergehäuse zwischen die beiden Kolben treten und durch diese nach der Maschine strömen; hierbei regelt der eine Kolben den Zutritt des Dampfes und der andere sperrt denselben vollständig ab, wenn der elektrische Strom durch Zufall unterbrochen werden sollte. (Vgl. Neville und Richardson 1886 260 * 119.)

Für Regulatoren mit indirekter Uebertragung durch Dampf kraft (vgl. Guhrauer und C. Wagner 1884 251 200. C. v. Lüde 1884 251 201) will H. F. Fricke in Magdeburg (* D. R. P. Nr. 34570 vom 25. Juli 1885) eine Doppelkolbenschieber-Steuerung von der in Fig. 9 Taf. 12 dargestellten Construction für die kleine Dampfmaschine, welche die innere Steuerung einer zu regulirenden Dampfmaschine bethätigt, anwenden. Der Regulatormuff b bewegt durch einen Hebel e einen durchbohrten Kolbenschieber c, der von einem zweiten Kolbenschieber d umgeben ist, welch letzterer mittels einer Stange l an den zwischen Kolbenstange und innere Steuerung geschalteten Hebel k gehängt ist. Die beiden Schieber c und d liegen in einem Gehäuse, an das die Dampfzu- und Ableitung n und h, sowie die zum Cylinder der Hilfsmaschine führenden Kanäle g und m anschlieſsen. Der innere Kolbenschieber c gestattet somit, je nach der Stellung des Regulatormuffes, dem Dampfe über oder unter den Kolben a zu strömen, so daſs eine entsprechende Bewegung desselben eintritt, welche durch den Hebel k auf die innere Steuerung übertragen wird. Der äuſsere Kolbenschieber d bewegt sich gleichartig mit dem Kolben a der Hilfsmaschine; durch die gegenseitige Bewegung der beiden Schieber wird nun das rechtzeitige Einströmen des Dampfes und das Abschlieſsen desselben erreicht. Zur Aufhebung des todten Ganges in den Gelenken ist eine einseitige Belastung der beiden Schieber dadurch erreicht, daſs der innere Schieber c an seinem unteren Ende im Durchmesser etwas kleiner als auf der übrigen Länge genommen ist; entsprechend ist die Bohrung im äuſseren Schieber d unten und oben etwas verschieden. Hierdurch drückt der Dampf den Schieber c stets nach unten und den äuſseren Schieber d stets nach oben.

Die indirekte Uebertragung kann bei Regulatoren auch mit Hilfe des von Ernst Kuhlo in Stettin (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 33896 vom 8. April 1885) angegebenen elektrisch gesteuerten Wendegetriebes erfolgen. Auf der angetriebenen Welle w (Fig. 10 Taf. 12) sitzen fest zwei Paar Elektromagnete m und m1 und lose zwei am Kranze, den Kernen der Elektromagnete gegenüber, mit Löchern versehene Scheiben s und s1, welch letztere mittels eines offenen bezieh. geschränkten Riemens auf die