Text-Bild-Ansicht Band 261

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Die Kurbelwelle wurde mit der Welle des Bremsdynamometers unmittelbar gekuppelt; ein Zähler zeigte in üblicher Weise die Umdrehungszahl. Als Brennmaterial wurden 317k Weizenstroh abgewogen; der Wasserstand am Glase wurde markirt und, sobald der Druck 6,67k/qc betrug, der Versuch begonnen. Man lieſs den Druck bis auf 7k/qc steigen und hielt denselben ziemlich genau während des ganzen Versuches auf dieser Höhe. Es wurde dafür Sorge getragen, den Wasserstand auf gleicher Höhe wie bei Beginn auch in dem Augenblicke zu haben, in welchem alles Stroh verbrannt war; alsdann lieſs man den Druck wieder auf 6,67k/qc herabgehen und in diesem Augenblicke wurde der Umlaufszähler ausgeschaltet und der Versuch geschlossen. Die Speisepumpe saugte aus einem Fasse, welches bei Beginn wie bei Schluſs des Versuches gerade bis zum Ueberlaufen gefüllt war. Das Speisewasser wurde Eimer für Eimer gewogen und auch die Zahl der Eimer aufgezeichnet, die Temperatur des Speisewassers alle 5 Minuten beobachtet und jede mögliche Vorsichtsmaſsregel zur Gewinnung genauer Beobachtungswerthe angewendet. Genau in der gleichen Weise wurde auch bei der Eincylindermaschine verfahren. Der Cylinder der letzteren hatte 254mm Durchmesser und 304mm Hub. Obschon eigentlich nur für 5,6k/qc Dampfdruck bestimmt, wurde sie doch mit 7k/qc Spannung betrieben, um von vornherein den Einwand auszuschlieſsen, daſs die Sparsamkeit der Compoundmaschine zum guten Theile auf dem höheren Dampfdrucke beruhe. Doch muſste, ehe der Druck gehalten werden konnte, erst ein Ring in das Blaserohr eingesetzt und dadurch der Zug im Schornsteine auf 22mm Wassersäule gebracht werden, während bei der Compoundmaschine bereits ein Zug von 13mm Wassersäule genügte. Dies wurde jedoch ungefähr dadurch wieder aufgewogen, daſs die Röhren des Kessels der Compoundmaschine ungefähr 254mm kürzer waren als bei der anderen Maschine. Nachstehend folgen die wesentlichsten Versuchsergebnisse für beide Maschinen:

Compound- Eincylinder-
Dampfdruck Maschine
Anfangs
Während des Betriebes
Am Schlusse

k/qc
6,678
7,030
6,678
6,678
7,030
6,678
Zeitdauer des Versuches Minuten 175 115
Gewicht des Strohes k 317,52 317,52
„ der Asche k 12,47 9,98
„ des wirklich verbrannten Materials k 305,05 307,54
Anzahl der Umdrehungen der Maschine (im Ganzen) 31810 17577
„ „ „ „ „ in der Minute 181,7 152,87
Gesammtmenge des verdampften Wassers k 752,9
826,4
747,53
791,98
Gemessene Pferd am Bremszaume e 24,32 24,38
Wassermenge für Stunde und Bremspferd k 10,6
11,65
1499
17,10
Strohverbrauch „ „ „ „ k 4,47 6,79
Wasser für 1k verbrauchtes Stroh k 2,47
2,70
2,42
2,59
Indicirte Pferd e 29,61 29,51
Wasser für Stunde und indicirtes Pferd k 9,52 13,21
Strohverbrauch für Stunde und indicirtes Pferd k 9,57
3,67
14,12
5,57
Rostfläche qm 0,3883 0,5704
Stroh auf lqm Rostfläche und Stunde k 280,37 290,5
Temperatur des Speisewassers: kalt Grad 24,4 23,3
„ „ „ warm 78,9 62,8

Für das verdampfte Wasser sind in jedem Falle zwei Zahlen gegeben; von diesen bezieht sich die kleinere immer auf das Gewicht des wirklich in das Faſs gegossenen Wassers; da aber ein Theil des Abdampfes in das Faſs geblasen wurde, um das Speisewasser vorzuwärmen, und sich darin condensirte, so ergab sich das Gewicht des in dem Kessel gespeisten Wassers entsprechend