Text-Bild-Ansicht Band 261

Bild:
<< vorherige Seite

noch ein Zählwerk entworfen, welches den Stillstand einer Arbeitsmaschine aufzeichnet. Es ist nothwendig, daſs man bei den verschiedensten Arbeitsmaschinen die Zeit des Aufenthaltes, der durch Handhabung, Schmieren u.s.w. entsteht, oder vielmehr den Verlust an Leistung durch diesen Aufenthalt kennen lernt. Zu diesem Zwecke wird in der festen Antriebscheibe der Arbeitsmaschine ein Zählwerk befestigt, welches durch die Drehung der zugehörigen Losscheibe bewegt wird. Ist die Maschine eingerückt, befindet sich der Riemen also auf der Festscheibe, so wird die Losscheibe von ersterer durch ein Klinkengesperre mitgenommen und das Zählwerk wird nicht bewegt. Steht die Maschine aber still, läuft also der Riemen auf der Losscheibe, so treibt dieselbe das Zählwerk und dieses läſst aus der Zahl der gemachten Umdrehungen auf die Dauer des Stillstandes schlieſsen. Diese Einrichtung dürfte, da sie den Arbeitern nicht gut zugänglich ist, als ein Mittel zur Ueberwachung derselben dienlich sein.

F. Oberdorfer's Barchent-Rauhmaschine.

Mit Abbildung auf Tafel 16.

Auf der diesjährigen Schwäbischen Industrie- und Gewerbeausstellung zu Augsburg hat F. Oberdorfer in Heidenheim, Württemberg, verschiedene Baumwollbarchente und die Benutzung derselben zu den verschiedensten Kleidungsstücken ausgelegt. Die Haardecke dieser Gewebe, welche sich durch Gleichmäſsigkeit und Dichte auszeichnet, wird von den Fasern der Kettenfäden gebildet, entgegengesetzt wie bei den gewöhnlichen Barchenten, wo die Schuſsfäden die Fasern zur Haardecke geben. Zur Erzeugung der Haardecke ist auch bei den ausgestellten Waaren eine von den gewöhnlichen Barchent-Rauhmaschinen abweichend eingerichtete Maschine (* D. R. P. Kl. 8 Nr. 32492 vom 22. Februar 1885) benutzt worden, bei welcher an Stelle von Kratzenwalzen eine schwingende Messerschiene thätig ist.

Bei dieser in Fig. 17 Taf. 16 veranschaulichten Oberdorfer'schen Maschine gelangt das aufzurauhende Gewebe von dem Winkel a über die Walzen b und c zu der Zuführwalze d, welche, damit das Gewebe auf derselben nicht gleitet, mit sogen. Reibbleche benagelt ist. Das Gewebe wird dann über zwei Walzen e geleitet und zwischen denselben über dem Riegel r aufgerauht. Zu weiterer Behandlung der erhaltenen Haardecke geht das Gewebe unter der Walze f auf die Walze g, welche in dem Wassertroge t läuft und die Unterseite des Gewebes näſst, und dann unter der Walze h auf den Trockencylinder i, auf welchem gleichzeitig ein Glätten der Haardecke erfolgt, indem ein Kupferwälzchen k über derselben hin und her gerollt wird. Zwischen den Walzen l läuft das Gewebe um die ebenfalls mit Reibblech belegte Walze m,