Text-Bild-Ansicht Band 261

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den Stromkreis unterbricht; das chemische Papier wurde durch einen beruſsten Silberbogen ersetzt.

In Benton's elektro-ballistischem Pendel oder Velocimeter werden durch die auf einander folgenden Stromunterbrechungen an den Drahtscheiben zwei Pendel losgelassen, welche vor einem getheilten Bogen, durch dessen Mitte ihre auf der Bogenebene normalen Achsen gehen, in entgegengesetzter Richtung schwingen und in dem Augenblicke, wo sie an einander vorübergehen, mechanisch einen Punkt auf dem getheilten Bogen schreiben. Wie dies geschieht, erläutert Fig. 1; das äuſsere Pendel ist am unteren Ende mit einer stumpfen Stahlspitze d versehen, welche auf das Ende c eines am anderen Pendel b angebrachten Hebels cf wirkt und die Schreibspitze f gegen den Theilbogen e bewegt.

Fig. 1., Bd. 261, S. 253

Die Linse des äuſseren Pendels ist stellbar, so daſs durch ihre Verstellung der Synchronismus beider Pendel rasch erzielt werden kann. Würden beide Pendel gleichzeitig losgelassen, so müſsten sie sich auf der tiefsten Stelle, dem Nullpunkte der nach beiden Seiten bis 90° gehenden Theilung treffen; werden sie nach einander losgelassen, so liefert die Marke auf dem Bogen bequem ein Maſs für den Zeitunterschied. Daſs beide Pendel gleich leicht und rasch von ihren Elektromagneten losgelassen werden, würde durch Anwendung zweier genau gleichstarken Batterien erreicht werden können; davon, daſs es wirklich der Fall ist, überzeugt man sich mittels eines Tasters, welcher die Stromkreise beider Batterien genau zu gleicher Zeit schlieſst. Treffen dann beide Pendel gleichzeitig auf dem Nullpunkte ein, so sind die beiden Batterien gleich stark. Da aber die beiden Batterien nicht leicht auf genau gleicher Stärke erhalten werden können, so versieht man die Elektromagnete mit stellbaren Rollen. Auf diese Weise läſst es sich bequem erreichen, daſs die Marke auf dem Nullpunkte erscheint, wenn beide Pendel gleichzeitig losgelassen werden.

In dem Chronoskop von Schultz zeichnet eine sorgfältig abgestimmte Gabel eine Wellenlinie auf der beruſsten Oberfläche einer sich zugleich drehenden und in der Achsenrichtung verschiebenden Walze oder Trommel. Die Wellenlinie dient als Zeitmaſs; denn wenn man die Schwingungszahl der Gabel in der Secunde kennt, so kennt man auch die Zeit, in welcher jede Welle auf der Trommel geschrieben wird. Zugleich kann man die Geschwindigkeit der Kugel während ihres Fluges an genügend vielen Punkten messen, um das Gesetz der Bewegung durch die Luft zu studiren; man braucht nur der Trommel eine genügend groſse Oberfläche zu geben. Die Trommel wird durch ein Gewicht mittels eines Laufwerkes in Bewegung versetzt; doch ist auch eine Kurbel vorhanden, mit welcher man sie ohne das Gewicht treiben kann. Die Stimmgabel wird durch die Wirkung zweier auf der Auſsenseite ihrer Schenkel angebrachte