Text-Bild-Ansicht Band 261

Bild:
<< vorherige Seite

Elektromagnete in beständiger Schwingung erhalten3) und ein Schenkel schreibt dabei die Wellenlinie; die Stromunterbrechungen bringt Schultz mittels eines Quecksilber-Unterbrechers hervor. Da dieser aber äuſserst empfindlich und schwer zu reguliren ist, so hat Artillerielieutenant Russel einen Selbstunterbrecher angegeben. Da die Stimmgabel gegen hygrometrische Aenderungen in der Atmosphäre sehr empfindlich ist, so muſs vor der Messung sehr kleiner Zeiten die Schwingungzahl genau festgestellt werden. Hierzu ist Froment's Pendel nicht fein genug; daher hat Bond in Boston für das Artilleriecorps ein Secunden-Stromunterbrechungs-Chronometer geliefert, welches durch die Isolirung der Unterbrechungsschraube Halb-Secunden-Unterbrechungen gibt, ganz unabhängig vom Chronometerwerke. Ein Mikrometer gestattet die Messung von Theilen einer Welle, so daſs man leicht Zeiten von 1/500000 Secunden ablesen kann. Hat die Kugel beim Durchgange durch die erste Scheibe den Strom unterbrochen, so muſs derselbe für Schultz's Chronometer wieder geschlossen werden, bevor die Kugel bei der zweiten Scheibe ankommt. Verschiedene Mittel sind dazu versucht worden. Michaelis erreicht dies erfolgreich mittels eines gewöhnlichen Telegraphenrelais.

In Le Boulengé's Chronographen wird die Zeit gemessen durch den Unterschied im Fallraume zweier schwerer Körper. Zwei hohle Stäbe, von denen der eine länger ist als der andere, sind an wagerechten, stabförmigen Elektromagneten als Anker derselben aufgehängt und durch Unterbrechung der Stromkreise in den Scheiben werden die Elektromagnete unthätig gemacht, so daſs dann die Stäbe frei herabfallen. Die Elektromagnete werden durch entsprechende Verstellung ihrer Eisenkerne nur eben ausreichend stark genug gemacht, damit der remanente Magnetismus keine Fehler in den Beobachtungen veranlasse. Der längere Stab fallt in eine Aushöhlung des Kastens hinein, auf welchem der die beiden Elektromagnete tragende Ständer oder Säule befestigt ist; er gehört zur ersten Scheibe, wird also früher fallen gelassen und, während er fällt, wird auch der zweite Stab fallen gelassen; kurze Zeit, nachdem der längere Stab losgelassen worden ist, fällt der kürzere in eine Hülse hinein, trifft auf die den Boden der Hülse bildende Platte O des Gesperres OPI (Fig. 2), die Nase an dem in T gelagerten Hebel I läſst darauf eine Feder H frei und diese macht nun mittels eines kreisförmigen Messers einen Einschnitt in eine der beiden die längere Stange oben und unten umgebenden Zinkröhren G.

Fig. 2., Bd. 261, S. 254

Man miſst so die Flugzeit der Kugel vermehrt um die Fallzeit der kleinen Röhre. Werden

3)

Vgl. Marey 1874 213 * 09; La Cour 1875 217 428. 218 314. P. Delany 1885 255 * 332.