Text-Bild-Ansicht Band 261

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erfolgt mit einigen Cubikcentimeter concentrirten Ammoniaks und das Nachwaschen mit verdünntem Ammoniak. Statt des Abstumpfens mit Chlorwasserstoffsäure werden 10cc einer Chlorammoniumlösung 1 : 10 zugefügt und dann mit 5cc Magnesialösung gefällt. Nach 2 stündigem Absetzen wird das Ammoniummagnesiumphosphat abfiltirt und mit 2,5 procentigem Ammoniak ausgewaschen. Das Filter sammt Niederschlag wird noch feucht in einen Porzellantiegel gebracht, auf der Dampfplatte getrocknet und 20 Minuten bei heller Rothglut in einem Gasmuffelofen geglüht.

Um die zeitraubende Herstellung und Wägung des Magnesianiederschlages zu umgehen, wird der Molybdänniederschlag in Ammoniak gelöst, angesäuert, mit Zink reducirt und dann mit Permanganat titrirt. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, daſs der Molybdänniederschlag auf 1 Mol. Phosphorsäure 12 MoO3 enthält, wenn die Phosphorsäure an Natron, aber 10 oder 11 Mol., wenn sie an Eisen gebunden war. Roheisen mit über 1 Proc. Phosphor gibt, heiſs gefällt und bei Zimmertemperatur stehen gelassen, einen Niederschlag mit 11 MoO3. Dagegen liefert Stahl, in derselben Weise behandelt, einen Niederschlag mit 10 MoO3. Wenn es aber eine Stunde bei 80 bis 90° stehen gelassen wird, so entsteht hier ebenfalls ein Niederschlag mit 11 MoO3. Lösungen, welche wenig oder kein Eisen enthalten, geben bei einer solchen Behandlung eine Ausscheidung von überschüssiger Molybdänsäure. Da sich nun die Molybdänsäure leicht mit Zink und Säure reduciren und das Reductionsproduct sich scharf mit Permanganat titriren läſst, so kann auf Grund dieses Verhaltens der Phosphor in Roheisen und Stahl schnell und mit einer Genauigkeit, welche für technische Zwecke ausreicht, bestimmt werden.

Bei Ausführung dieses Verfahrens löst man 1g Roheisen oder 10g Stahlspäne in 30cc bezieh. 100cc Salpetersäure von 1,2 sp. G. Eine Abscheidung der Kieselsäure ist nur bei Roheisen erforderlich und geschieht wie gewöhnlich durch Verdampfen der Lösung, Aufnehmen des Rückstandes in concentrirter Chlorwasserstoffsäure und möglichstes Entfernen des Ueberschusses durch Eindampfen. Das Filtrat wird mit Ammoniak übersättigt, mit Salpetersäure angesäuert und auf 40 bis 50cc eingeengt. Die so erhaltene Lösung des Roheisens oder die Stahllösung wird nun mit 50cc einer Lösung von 1k Ammoniumnitrat in 1l Wasser versetzt. Zu der Stahllösung wird auſserdem zusammen mit dem Ammoniumnitrat 20cc concentrirte Ammoniakflüssigkeit gefügt. Die Flüssigkeit wird nun bis zum Sieden erhitzt und dann Ammoniummolybdänlösung zugefügt: Roheisen 100cc, Stahl 50cc. Nach 2 bis 3 stündigem Stehen bei Zimmertemperatur wird abfiltrirt und mit 15 procentiger Ammoniumnitratlösung so lange gewaschen, bis Rhodankalium keine Färbung mehr gibt. Der ausgewaschene Niederschlag wird in Ammoniak gelöst, die Lösung auf etwa 200cc gebracht, mit etwa 10cc concentrirter Schwefelsäure versetzt und dann 3 bis 4g gekörntes Zink zugefügt.