Text-Bild-Ansicht Band 261

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gesättigten Sodalösung in der Wärme aufgelöst, so krystallisirt beim Erkalten das Natriumsalz, C23H14O9Na2, in Form sehr schöner, gelber, glänzender Krystallnadeln aus. Man verwendet hierzu am besten feuchtes, durch Fällung der alkoholischen Lösung mit Wasser erhaltenes Fisetin, da es sich in der Soda schnell unter Gasentwickelung auflöst.

[Kleinere Mittheilungen.]

Straſsenbahn-Fahrzeuge auf der Ausstellung zu Antwerpen 1885.

Gelegentlich der vorjährigen Ausstellung in Antwerpen hat dortselbst ein internationaler Wettbewerb von Straſsenbahnlocomotiven, verbunden mit einer Ausstellung von Personenwagen für Straſsenbahnen, stattgefunden. Dem bezüglichen amtlichen Berichte1) sind folgende Angaben entnommen.

Die Locomotiven waren in 2 Gruppen getheilt, in solche für den Stadtbahnverkehr und in solche für den Verkehr auſserhalb der Städte und auf Nebenbahnen. Auch die Personenwagen waren nach 2 Gruppen gesondert, in Wagen für Straſsenbahnen und Nebenbahnen für Locomotivbetrieb und in Wagen für Pferdebetrieb, welche aber zugleich für einen anderen Betrieb sich eignen. Als Versuchsstrecken dienten 2 Geleise von etwa 3km Länge, mit Normalspur und Schmalspur (1m), Curven von 35m Radius enthaltend. Die Versuchsfahrten dauerten mehrere Monate mit genauer Aufzeichnung über den Verbrauch an Brenn- und Schmiermaterial, sowie an Wasser, über die nöthigen Arbeiten zur Instandhaltung u.s.w. Ueberdies wurden alle sonstigen Vorkommnisse, Störungen u.s.w. verzeichnet. In der ersten Gruppe befanden sich auſser 2 eigentlichen Locomotiven noch ein elektrischer und ein durch Preſsluft betriebener Wagen (System Beaumont), sowie ein Rowan'scher Dampfwagen (vgl. 1882 246 483). Die Versuche lieferten nachstehende Ergebnisse:


Gewicht
Verbrauch auf den
Brennmaterial
Nutzkilometer
Schmiere
Elektrischer Wagen 4,25t 1,735k (Kohle) 11,8g
Rowan'scher Dampfwagen 7,00 1,734 (Koke) 12,4
Locomotive Wilkison 7,00 2,793 (Koke) 32,4
Krauß 7,50 2,884 (Koke) 23,9
Beaumont'scher Luftwagen 7,00 12,522 (Kohle) 87,0

Die zweite Gruppe bestand lediglich aus Locomotiven:

Gewicht Koke Schmiere Wasser
Henschel-Cassel 14,7t 3,785k 31g 23,7l
Ixelles 14,6 3,973 27 20,6
Scraing 15,2 3,666 26 26,0
Krauß-München 10,7 3,765 20 37,5
Eſslingen 12,65 3,542 26 26,0

Schwimmende Dampffeuerspritze.

Von dem Bauamte Metropolitan Board of Works in London wurde vor Kurzem eine schwimmende Dampffeuerspritze geprüft, welche auf Bestellung der egyptischen Regierung für den Dienst im Hafen von Alexandrien von Merryweather und Söhne in London erbaut worden war. Eine solche schwimmende Dampffeuerspritze ist auch in London auf der Themse vorhanden, während daneben auch die gewöhnlichen Landspritzen verwendet werden, indem man dieselben in Barken stellt und von einem Bugsierdampfer ziehen läſst.

Das neue Dampfboot besitzt nach Engineering, 1886 Bd. 41 * S. 590 einen aus Eisen gebauten, durch Querwände verstärkten Rumpf; das Boot ist 15m,5 lang und 3m,6 breit und hat hinten 1m,2 und vorn 1m,07 Tiefgang. Da dasselbe in Nothfällen über die Barre und in die See gehen soll, so ist das Boot seetüchtig gebaut und mit einem Steuerrade, zwei Kajüten, Anker und Winde, sowie mit den vollständigen Ausrüstungsstücken eines Bugsierdampfers versehen.

1)

Concours international de traction mécanique et de Materiel de tramways. Rapport du Jury international. (Brüssel 1886.)